Full text: Zeitungsausschnitte über Elisabeth von Heyking

© Hessisches Staatsarchiv Marburg, Best. 340 Grimm Nr. Z 20 
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tÄJJ' Hoffen erfüllten Gesichtern.' Immer wieder 
!r2vn U. £ en stotternden FlaMn, die mit ihrer 
V? Häuserreihen stillt«»: große Errungenschaften 
ihre lm *l größere Verheißungen schienen 
Aalim zu schwellen: würde dieser Siegeszug r«n 
vuymrelchen Frieden bringen? Alle sicherlich 
beneti kjÜL. jedoch dockte dabei an die vielen draußen, 
<*»f fernem Ä^fe r ‘* SlsgesÄrg zum letzten geworden, die. 
-—Goden stE^rnd, mit o^nen Augen zum Himnrel 
starrten und die Sonne doch nicht mehr gewährten. Und 
dessen schrillen dcheim. in den stcP-endtn chwehen Straßen, „styom 
Frauen und schauten wohlgef-ällla auf die beiden trdtergebnjaim' 1 , 
Enkel in ihrer gestählten Ougeni); — ein flüchtiges Spiel der Mae, i 
ein leises Lächeln huschte hin und her, verband ein Zeit-atom sang 
die ane»»i«^er Vorbe'.gt eilenden, denen der Tag noch Ö£v ortc * 
Großmama bvmerrte cs we ein Erinnern an sehr, sehr fernes 
— es war ja immer so gewssen — mochten auch noch sowel ^ere 
entschwinden, das Leben blieb, und neben allem Wandel Mo es 
doch auch. was sich zu allen Zeiten gleichgeblieben. 
Zrm Charlot enburger Schloßgarten fuhr Großmama mit en 
Ciibeln. Die alte Gewohnheit, in jeder Stadt, wo sie zu^mme 
weilten, ihnei. Werke der Vergangenheit zu zeigen, wollte ße auck 
heute folgen. Früher 'war das der Ausdruck eines >hr an 
geborenen Hanges zum Historischen geweien, heute aber lag 
darin die ihr ei.-ne Selbstbeherrschung, sich nie ganz vom zlitQC 
blick überwöltigen zu lassen, so groß er auch sein mochte. ' 
In feierlicher Abgeschiedenheit lag das Schloß hmter dem 
Gitter, mit den Rinaern auf den B kosten der weiten E.nfahrN 
blaßgrün hob sich ^ bie kupsergedcckte Turmkuppel gegen den 
Himmel ab, und gleich einer poldnen Flamme glänzte über ihr 
die Gestalt des sonnenbestrahlten Genius. Bald ließ Großmama 
halten und schritt mit den Enkeln durch den Garten, wo des 
Flieders blatzlila Dolden sich zu offnen begannen. Ihr leiser 
Dnst hatte etwas Wehmütiges: es war, als entsteige er nickt so 
sehr den Blüten dieses Jahres, sondern er schien von lauest ver 
gangenen Frühlingstagen her noch hier in der Lull zu 
und war wie eine Begleitung zu Großmamas Worten. 
Don ganz fernen, alten Zeiten erzählte sie den lauschenden En.r- , 
non Tagen, die sie selbst nickt mehr erlebt hatte, die alvr tu 
Kindheit den Menschen als ein eben erst Vergangenes nock 
ganz nahestanden. Hundert Jahre waren jetzt verslosien, seilo. 
rin russischer Großfürst in dieses Schloß gekommen war, u 
hier eine jugendliche Prinzessin zu umwerben. Und dort, m oeu 
Mausoleum, am Sarkophag ihrer Mutter, hatte ste ihrem DUwcr 
gestanden, daß der Bewerber ihr wohl gefiele. Ja, 9 ,e * !P ö ft 
recht eigentlich die Stätte, wo der Grund zu langer H-reundschasi 
mit dem östlichen Reiche gelegt worden. Aber diese anmo 
schift lag heute vernicklet in Serben, rmd eben retzt . - 
draußen die Flaggen zu Ehren der Besiegung jener Macht. s* { 'l 
Wandel in Menschen, Anschauungen und Gefühlen, weW 
sichen neidr^ollen Hasies und Anwachsen unbeachteter Abhangs 
selten waren doch nötig gewesen, um daß gerade dieser rc 
überhaupt möglich werden konntet — Darm ftß^ . ' 
drei in dem blaudämmernden Raume und schauten die 
Marmorgestalten auf den vier Sarkophagen. Wo im. W> 
«eflettttn meiien? Und nxmi \* von dm W " g in , 
L m Z tn \m SS fe” S Reich <**«*»«; 
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Mama hell fest an diesem Ecdnn.cn. der: me VP setzen, 
n„d, in der stillen Kapelle stehend, die 1° wan... Oll ai)rt 
iowi st« nach über Geschicke Gröh° un 
tiefste Schmach und ErmednWNg ausder doch G « „uch 
Stärke erstehen können. H-.« d°k der v-mei der 
ihnen wieder das D-rsehcn kündet, und ,m «w>g°n^
	        

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