Full text: Zeitungsausschnitte über Ludwig Emil Grimm

Seite 172 SZZZZ-IZZZZZZZssISsZZSSHs Unsere H<NNMl GOOtzEEHtztzGEHOODtzOHtztzEGtzH Nr. 19/20 
© Hessisches Staatsarchiv Marburg, Best. 340 Grimm Nr. Z 7 
fllte Weisheit über die -frau 
Wenn die Hrau nicht haust, 
Die Ratze nicht maust, 
Der Hund nicht killt, 
Dann ist alles verspielt. 
* 
(Eine fleißige Hausfrau ist die beste Sparbüchse. 
* 
Ratzen und Weiber gehören ins Haus. 
* 
Ein alter Mann und ein altes Pferd 
ist nichts mehr wert; 
eine alte Hrau und eine alte Ruh 
ist immer noch wozu. 
* 
Eine alte Mutter im Haus ist wie ein Zaun darum. 
* 
vor einer reinen Braut beugt sich der Rirchturm. 
fln alle Helfer und Leser! 
Unser Herr Rassenführer klagt, daß ver 
schiedene Ortsgruppen aber auch einzelne aus 
wärtige Mitglieder mit dem diesjährigen Bei 
trag noch im Rückstand seien. Darum hier 
die freundliche Bitte: vergeht nicht, daß unser 
Blatt die billigste aller Heimatzeitschristen ist, 
daß der geringfügige Jahresbeitrag noch nicht 
für die Druckkosten ausreicht, daß der Heimat 
bund der Rosten wegen keine Mahnungen aus 
gehen lassen darf, daß er nur dann weiter 
arbeiten kann, wenn alle Mitglieder ihre 
2.— Mk. im voraus einsenden! Postscheck 
konto unten! Nicht aufschieben! 
Heimatpost 
Frau Postdirektor F. Irlinger, Bichl (Gberbapern) sendet 
Iugenderinuerungen, die unseren Lesern nicht vorenthalten 
werden sollen. 
„viele kenne ich in der „Bergwinkel-Ehronik" : Den Apo 
theker, den Postillon, (auch den tvagen, worin wir nach 
Gelnhausen-Hanau fuhren), Postmeister Köhler, Dr. Lotich, 
den Schnelläufer Storck. - wir waren in Marburg, als 
mein Vater heimkam und erzählte, daß soeben der Storck 
eingeliefert worden sei, der einen Viehhändler beraubt und 
getötet hätte und wahrscheinlich hingerichtet würde, und nun 
lese ich, daß er begnadigt wurde. 
Als zirka 8-jähriges Kind ging ich mit unserem Gretchen 
nach Schlüchtern, mein Vater hatte mir aufgetragen, auf dem 
Rentamt 90 Taler abzuholen, wie ich nun am Schalter 
stehe, steht neben mir der Storck, den ein jedes kannte, und 
fragt mich: „holst Du Geld?" Ich sage: „Ia". Dabei denke 
ich: Der möchte das Geld. 
Auf dem Heimweg gehen wir rechts den Wiesenweg und 
pflücken Blumen, dabei sehe ich mich um, erblicke hinter uns 
den Storck, sage zu dem Mädchen: „Lauf, der Storck nimmt 
uns das Geld!" wir kamen ganz erhitzt zuhause an, und 
Vater fragte, warum wir so gelaufen wären. Ich erzählte 
alles, aber Vater ließ es nicht gelten. Zn Marburg habe 
ich ihn aber daran erinnert; wäre ich allein gewesen, hätte 
mir Schlimmes passieren können. 
- Das Krankenhaus in Schlüchtern ist schön. Das Ge 
dächtnismal ist einzig schön. 
- Auf 5. 140 (Nr. 17/18) finde ich den vortrefflichen 
Musiker Kantor Zinckhan, den wir oft in Schlüchtern be 
suchten. Das Bild der Malers Grimm und das Bild Nr. 116 
in der Thronik habe ich bei Familien dort hängen sehen, 
wie alte Bekannte grüßen sie mich. - 
1866 zogen wir nach Frankfurt-Rödelheim an der Nidda. 
Das Nidda-Schlößchen ist nach unserm Wegzug nach München 
verkauft und zu einem Restaurant eingerichtet worden, wozu 
es mit dem angrenzenden park gut paßt. Es war ein 
interessantes Haus. Schon der Eingang verblüffte innen ~ r 
man stand zuerst in einem runden Raum, weiß getäfelt, da 
zwischen 5 Türen mit Goldleuchtern, wenn man die mittlere 
Türe aufmachte, ging eine breite rote Marmortreppe nach 
oben mit Galerien. Tin italienischer Graf Rossi hatte es er 
baut, der die berühmte Sängerin Henriette Sontag geheiratet 
hatte, in deren ehemaligem Salon ich dann sang. sL. Grimm 
erzählt von dem gräfl. paar in Rödelheim auf S. 487 seiner 
Lebenserinnerungen.j Dort haben uns Karl und Gustav 
hartmann und ihre Schwester Mathilde besucht, und ich habe 
ihnen „Das Veilchen" von Mozart singen müssen." 
-* 
Zu den „Briefen des Malers L. Grimm nach 
Steinau" schreibt uns General Kühne, ein ver 
wandter der Grimms, aus Berlin: 
„Ich weiß nicht, ob ich Ihnen schon davon erzählte, daß 
er sL. Grimmj die Eigenheit hatte, Erlebnisse, besonders aber 
Reisen in einzelnen Vorkommnissen, im Bild zu schildern. 
Unter den so entstandenen, viele Meter langen Rollen be 
findet sich zwar nicht diese von 1832, wohl aber eine spätere 
[1850], die ihn über herschfeld, Fulda, Neuhof nach 
Schlüchtern führte. Dort kommt er in das Gasthaus 
des Herrn vep „zum Stern." Abends wird „Stickels 
Schlößchen" sin der Schloßgassej betrachtet. Dann geht 
es nach Steinau, wo im „Weißen Roß" bei Wirt 
Eckhard (Quartier genommen wird. Dann wird von dem 
„guten S t a d t b o r n" getrunken und der Hof des 
Amts Haus es besucht. Vas nächste Bildchen zeigt die 
Linde in „unserm B i e n g a r t e n". Es folgen eine Reihe 
von Szenen im Garten beim Kmtshaus, im Steinauer Schloß - 
Hof, wo der „geistreiche Möbeladvokat" [?] feine Konver 
sation macht. Der lange Wirt Eckhard zeigt ein Storchen 
nest auf einem alten Hause und assistiert dann beim Mittag 
essen, bei dem es „Spinat aus dem Biengarten" gibt. Nuu 
tritt auch der Herr Doktor Gottfchalck auf, der dann 
noch auf mehreren Skizzen eine humoristische Rolle spielt. 
Dann kommt die Abreise von Steinau, und eine große Saht 
von Zeichnungen begleitet die weitere Reise über Geln 
hausen, Frankfurt, Hanau, Aschaffenburg (bei Brentano), 
Würzburg, Nürnberg usw. über Marburg zurück. Der ganze, 
mehrere Meter lange Streifen enthält in 75 Bildern ein 
originelles Tagebuch. — 
Ich weiß nicht, ob es Ihnen bekannt ist, daß das hübsche 
Selbstbildnis von 1813, das Sie bringen, eine kleine Ge 
schichte hat. Die Platte ist schon früher, vielleicht schon 1810, 
radiert; damals hatte Grimm noch keinen Bart. Vieser ist 
erst 1813 hinzugefügt, als die Platte überarbeitet wurde. 
Ich habe einen dieser seltenen ersten Abdrucke." 
* 
Eine herzliche Bitte: 
Inzwischen hat uns Herr General K. die oben genannte 
Rolle übersandt, und der Heimatbund ist imstande, einzig 
artige, humorvolle Heimatbilder aus Schlüchtern und Steinau 
den Lesern hier im Blatt zu zeigen, wenn ihm Gaben zur 
Klischeeherstellung gereicht werden, wer hilft? Gütige Spen 
den nimmt der Schriftleiter entgegen. 
Sondergaben für „Unsere Heimat" 
Herr Katasterdirektor wörner, Genhausen 6.- Mk. Herr 
w. Sonne, Wellingholzhausen 1.- Mk. Herr w. Anacker, 
Wiesbaden 3.- Mk. Frau Gberin G. Pfalzgraf, Reu-Erkerode 
z. Mk. Herr Landesrentmeister Barthelmes, Schmalkalden 
1.- Mk. Herr E. Wämser, Frankfurt a. M. 1.- Mk. Herr 
Lehrer Zinkhan, Ascherode 1.- Mk. Herr Hauptlehrer 
Pauli, vollmerz 2.- Mk. Herr Revierförster hartmann, voll 
merz 1.— Mk. Herr weißbindermeister R. Basermann, hier 
3.- Mk. 
herzlichen Dank! Der Vorstand 
Als Manuskript gedruckt: h. Steinfeld Söhne, Schlüchtern. Schriftleitung: Wilhelm praesent, Breitenbach. 
Verlag des Heimatbundes in Schlüchtern. Postscheck-Konto 80311 in Frankfurt a. M.
	        

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