Full text: Zeitungsausschnitte über Ludwig Emil Grimm

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Unsere Heimat OGtztzOHtzHOOtztzGGtzHGGtztzG.Otztz Nr. 19/20 
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© Hessisches Staatsarchiv Marburg, Best. 340 Grimm Nr. Z 7 
beraubt, eine andere ihm die Hand verstümmelt, schlicht 
und anspruchslos, aber bewegt, dankte er für die 
erwiesene Ehrung und stellte sein Tun als eine Selbst- 
verständlichkeit hin. Tin gutes Werk (wie es die 
Kindererziehung sei) bedürfe einer guten Werkstatt, 
wie er aus Erfahrung wisse. Den Kindern seiner Va 
terstadt eine bessere Schule bauen zu helfen, als die 
von ihm besucht gewesen, sei ihm eine Freude 
und weiter nichts als eine Vergeltung des (Buten,, 
das ihm das Schicksal beschert. 
wer in solchem Geiste Gutes tut, ist ein wahrer 
Menschenfreund. Heinrich Harnischfeger hat seine hei 
matliebe mit seiner Tat bewiesen. Treue um Treue- 
Die Heimat segnet ihn und wird ihren getreuen Sohn 
und Wohltäter nie vergessen! 
-i- 
(Duellen und Verzeichnisse zum Leben und zu den Werken 
von Vetrus Lolichius Seeundus 
von Ruguft heimpe 
H. Briefwechsel. 
(Bearbeitet von Hans heimpel) 
Die eingeklammerten Daten und Orte sind in den Briefen 
nicht angegeben, ergeben sich aber aus dem Inhalt. Der 
(*) Stern bei den einzelnen Briefen bedeutet, datz das Dri- 
ginal des betreffenden Briefes in dem dabei angegebenen 
Archiv, Bibliothek ic. noch vorhanden ist und zwar: Staats 
archiv Marburg in dem Briefwechsel des Abtes Petrus Loti- 
chius: Staatsbibliothek München in der Handschriftensamm 
lung — Lameraria — Neustetterbriefe. Ferner liegt ein Brief 
im Melanchthon - Museum zu Breiten und 3 Briefe in der 
Universitätsbibliothek zu Leisen (Holland). Andere Drigi- 
nale, weder Briefe noch Gedicht-Manuskripte, sind nicht nach 
weisbar. _ . 
Vurmann hatte 1754 noch Originale von Gedichten und 
Briefen benutzt, die er in einem Fascikel von Zacob Philipp 
d'Vrville-Frankfurt erhalten hatte. Diese Originale waren 
nirgends, auch in Holland nicht, auffindbar. 
Die Bezugnahme auf Burmann, Johanneum u. a. ist so 
zu verstehen, daß darin der betr. Brief abgedruckt ist und 
zwar: Burmann - die Burmann Prachtausgabe Band II. 
Iohanneum — Programm Iohanneum Hamburg 1847. 
Dpuscula — Dpuscula Petri Lotichii Abbatis 1640. 
voegeliana - in der voegeliana von 1561. (Abt. V.) 
Antwerpiana - in der Antwerpiana von 1700. (Abt. 
V.) Christiani - Christiani Lotichii poemata, Mar 
burg 1640. ^ ,, , 
Die im Original erhaltenen Briefe sind nut Ausnahme 
der 3 Leidener Briefe noch niemals abgedruckt worden. Ab 
schriften aller Driginalbriefe besitzt die HLFS. Bei Winkel 
mann (siehe darüber in Abt. 3.) finden sich Auszüge der 
Münchener Originale. 
g) Briefe von Petrus Lotichius Secundus. 
* (1539 oder früher) aus Hanau an den Rbt. 
(Grg. St. R- Marburg). Cr sei von den Litern nach 
Hanau zum Lernen geschickt. 
* 1541. 1. 3uti aus Gelnhausen an den Rbt- (<Drtg,. 
St. R. Marburg). Sein Hausvater (dominus pater) 
lasse den Rbt grüßen. 
* 1543. 18. März aus Frankfurt an den Rbt- 
(Grig. St. R- Marburg). Der Rbt sorge für ihn seit 
langer Zeit. 
* 23. März aus Frankfurt an den Rbt. (Grig- 
St. R. Marburg). Erzählt vom Studium in Frank 
furt. 
* 13. Tal. Dec. (19. Nov.) aus Schlüchtern an 
Micyll (Grig. St. R- Marburg.) Bedankt sich nach 
seiner Rückkehr nach Schlüchtern bei Micyll, bei dem 
er 1 Bahr studiert und gewohnt hat. 
* Dom. Lxaudi aus Marburg an den Rbt. (Drig- 
St. R. Marburg). Hildenbrand sorge für ihn. Tr 
habe Gedichte an vrakonites gegeben. 
aus (Marburg) an den „Vetter 
Steynmetz" (Grig. St. R. Marburg) nach hanaa, wo 
St. offenbar bei demselben Hausvater wohnte, bei 
welchem er 1539 war. Sein „Herr in Schlüchtern" 
l, Königstein im Taunus (12. Fortsetzung) 
(der Rbt) habe ihm Geld gesandt, von dem er Steyn- 
metz abgeben solle,' dieser fände es Frankfurt. Ein 
ziger deutsch geschriebener Brief des Lotichius, 
der erhalten ist. 
1547. 17. Mai aus Magdeburg an den Rbt. 
(Dpusc. 177 und Burmann S. 64 f.) war krank 
und schickt Knaben, der während der Krankheit bei 
ihm war, zum Rbt, zur Berichterstattung, hofft bald 
frei zu werden (tIB. vom Militär), will aber nicht 
in M. bleiben, weil Melanchthon nicht dort und 
vielleicht Belagerung drohe. 
* 1548. 9. Januar aus Erfurt an Thristian her- 
desian (Rbt. B. 27.). (Orig. St. B. München). Unge 
druckte Elegie. 
Frühjahr aus Erfurt an Johann Hagen. 3rt Vita 
Hagen, übersetzt in Lbrard, Peter Lotich der Jüngere. 
Ueber Kriegsdienst. 
7. November aus Wittenberg an hettenus (Rbt. B. 
6.) (Opuscula 201.) Ermahnt ihn für Mutter und- 
Schwester zu sorgen. Verhältnis des Klosters zum 
Bistum Würzburg. 
1549. 21. November aus Wittenberg an Tamerar. 
(Burmann 17, Johann.) Bittet um Empfehlungsbrief 
für Stibar. Sendet feine Elegie: De Natali meo mit, 
die am Ende des beifolgenden Buches abgedruckt sei. 
(NB. unbekannt). 
1550. Frühjahr aus Frankfurt an Hagen. (Vita 
Hagen, übers. Lbrard.) Lr sei Mediziner geworden, 
denn er heile lahme Pferde, sei daneben aber auch 
Kaufmann, denn er treibe Sprachstudien. 
1551. 17. Januar aus Paris an den Rbt. (Gpus- 
cula 176 und Burm. S. 64 e.) Der Rbt werde aas 
der Frankfurter Buchmesse bei dem pariser wechelus 
seine parisiana finden, will Winter Paris bleiben 
und Frühjahr wo anders hingehen. 
5. Februar aus Paris an Daniel Stibar (Vorwort 
parisiana und Burmann Band I S. 374). Widmungs 
brief zur parisiana. Unruhen in Deutschland. 
7. Juli aus Paris an Lamerar. (Burmann S- 17. 
und Johann.). Begleitbrief zur Parisiana- Lr wolle- 
elegantere und reifere Gedichte machen, wenn er 
mehr Ruhe habe. (NB. Dieses Exemplar der Ge 
dichtsausgabe von 1551, zu welchem der vorstehende 
Brief der Begleitbrief war, ist heute im Besitz der 
Familie Lotichius. Siehe bei Rbt. D- 1551.). 
1552. 13. Februar aus Montpellier an den Rbt. 
(Burm. 20. und Johann.) Seinen 2. Band Gedichte 
lasse er in Lyon drucken,' wolle Ex. schicken. Bittet 
um Geld. 
18. September aus Lyon an den Rbt.( Christians 
poemata S. 138.) Sei zu kurzem Besuch nach £- 
1 
il 
gekommen (NB. wegen des Drucks), wolle sofort 
zu Schiff zurück Montpellier. Bittet ihm für 1 Jahr 
Geld vorzustrecken,' Stibar habe geschrieben, daß er 
nichts mehr senden könne. Gb Christian Gedichte 
seinen demnächst in Lyon erscheinenden eignen Gedich 
ten beifügen wolle. 
1553. 10. Februar aus Montpellier an den Rbt. 
(Dpuscula 175 u. Burm. 64 e.) Lr wolle, sobald 
er Briefe erhalten, nach Italien. 
* 1554. 4. Mai aus Bafel an Tarl Tlusius (Orig- 
U. B. Leiden- abgedruckt in: Hunger, Charles de 
T Lscluse, den Haag 1927). Ruf der Reise von 
Montpellier nach Deutschland. Bittet Tlusius Manu 
skripte an Prof. Isaac Cellarius zu schicken- 
* 15. Mai aus Baden an Tarl Tlusius (wie bei 4. 
Mai). Lr reise morgen nach Leipzig zu Tamerar 
und in 3 Monaten nach Italien. 
22. Mai aus Gotha an Tamerar. (In allen Rusg. 
1586—1609, in Rntwerpiana, Johanneum, Burmann 
S. 18.). L. war dort mit den 3 Stibars auf der 
Durchreise nach Leipzig, nachdem sie Stibar senior 
im Schwefelbad Baden in der Schweiz besucht, vor 
1 Monat hätten sie Frankreich verlassen. 
19. November, aus Padua an den Rbt- (Opusci. 
173. dat. 11- Dez. und Burm. S. 21). Kurz nach 
Rnkunft .geschrieben. Schicke Brief durch Rdolf v. 
Glauburg j. 14. D., verwandten seines Freundes 
Johann von Glauburg, (siehe Lärm. I- 21). wolle 
Studium bald beenden, aber 3 Jahre in Italien blei 
ben. Sei 2. Nov- Venedig gewesen. Grüße den Sohn 
seiner Schwester. 
1555. 2. Januar aus Padua an Tamerar. (Rusg. 
1586—1609, Rntwerpiana, Johann., Burmann S. 
18). Tr höre Medizin und Robortellus. Unruhen in 
Italien. ' j 
4. Januar aus Padua an Christian, den Bruder. 
(Christiani poemata 139, Johann., Burmann S. 24). 
Sei an seinem Geburtstag nach Padua gekommen und 
dageblieben. 
* 20. Rpril aus Padua an Erasmus Neustetter. 
(Orig. St. B. München). Neustetter war 1554 in 
Italien. Lr aber Ende 1554 in Würzburg und sah N. 
täglich. Studiere Medizin und höre Robortellus- Der 
Jurist Grybaldus sei fortgeschickt worden, und pau- 
lerola lese jetzt Jus. Er will Sommer nach Bologna. 
1556. 13. Januar aus Bologna an den Rbt- (Bur 
mann S. 22 und Johann.), will im Sommer nach 
Florenz und herbst heim, aber noch Rom und Neapel 
sehen. Sagt kein Wort über die schwere Krankheit 
und die Vergiftung. Erwartet dringend Geld,- scheint 
seit Stibars Tod stark in Geldklemme. 
* 27. Oktober aus Schlüchtern an Neustetter. (Grig- 
St. B. München). Unwichtig. 
1556. Weihnachten aus Schlüchtern an Tamerar. 
(Burmann 19. und Joh.) Sei krank- Lr ginge nach 
Heidelberg, wenn er dorthin berufen würde. Me 
lanchthon und der Graf von Hanau, der eine Nichte 
des Kurfürsten geheiratet habe, empfehlen seine Be 
rufung. 
1557. 15. Januar aus Schlüchtern an den Rbt (der 
wahrscheinlich in Hanau war). (Burmann S. 64 c- 
und Opuscula S. 169.). Ueber Friedrich, Daniels 
Bruder (Stibar?). 
23. Januar aus Schlüchtern an den Rbt. (Burm- 
64 d, Dpusc. 170). Ueber das bevorstehende Tollo- 
quium in Worms. Lr hat dazu scheinbar Ruftrag 
vom Grafen von Hanau, will durch Eilboten Briefe 
nach Heidelberg senden, auf die er schnelle Rntwort 
erwartet. 
31. Januar aus Schlüchtern an den Rbt. (Burmann 
64 b., (Dpusc. 172). Sei durch viele Briefe nach 
Würzburg gerufen worden, wolle aber lieber an einer 
Universität leben. Lr kümmere sich um die Schule. 
3. Februar aus Schlüchtern an den Rbt. (Burm- 
23., Johann.,) Sei krank, heile sich aber durch 
seine Zaubermittel, die er von Italien mitgebracht. 
In der Schule gehe alles gut. Lr will nach Heidelberg. 
* 9. März aus Würzburg an Neustetter (Orig. 
St. B. München). Tr bedaure N. nicht getroffen zu 
haben, da er unangemeldet gekommen sei. Lr wohne 
beim Dekan. 
* 27. März aus Würzburg an Neustetter (Grig. 
St. B. München). Lr kann N.'s Rückkehr nicht 
abwarten, da die Frankfurter Messe beginne, die er 
zum Buchkauf auf der Rückreise besuchen müsse. 
28. Mai aus Heidelberg an den Rbt. (Burm- 23. 
und Johann.) Habe letzten Brief durch Micyll ge 
schickt. Rn der Universität sei nichts los,' weder 
Lehrer, noch Studenten täten ihre Pflicht. Spricht 
von Melanchthons Besuch. Der Kurfürst gehe zum 
Fürstenkolleg nach Frankfurt. Und allerlei Persön 
liches. 
4. Juni aus Heidelberg an den Rbt. (Burm- 64 c. 
und Opusc. 168). Melanchthon komme nach Hei 
delberg zur Universitäts-Reform. 
* 26. Juni aus Heidelberg an Neustetter (Grig. 
St. B. München). Empfiehlt für N.'s Bruder den 
Mag. Gryselbach. Lr esse mit mehreren kurfürst 
lichen Räten und 2 Franzosen bei einem Buchhändler. 
Sein Praktikum sei besuchter, als ihm lieb fei. 
* 20. Juli aus Heidelberg an Neustetter (Grig. 
St. B. München). Nichts Interessantes. 
* 23. Juli aus Heidelberg an Neustetter (Grig. 
Melanchthon - Museum Breiten). Er schickt einen 
Band humanistischer Briefe, habe kürzlich einen Band 
Reden gesandt, will nächstens selbst herausgeben. 
31. Juli aus Heidelberg an Leibarzt Joh. Langius. 
(Rusg. 1661 und ff., Johann.,. Burmann S, 28). 
Lr wohne wegen der Hitze in den Gärten der Vor 
stadt. Er schickt seinen „Nicer" (Lcloga 3.), den er 
zu Ehren des Kurfürsten geschrieben. Langius möge 
ein gutes Wort beim Kurfürsten für ihn einlegen. 
* 17. Rugust aus Heidelberg an Neustetter ^ (Grig. 
St. B. München). Kam in großer Hitze von der 
Reife zurück. Berichtet von dem Kriege Philipp II. 
von Spanien gegen die Franzosen und der Schlacht 
bei St. Quentin. Lr wolle N- bald besuchen. 
* (Rüg.) aus (Heidelberg) an Neustetter. (Grig- 
St. München). Lr könne vorerst nicht kommen, weil 
er durch die Gesetze der Universität gebunden sei. 
* 2. September aus Heidelberg an Neustetter (Grig. 
St. München). Einzelheiten über das Wormser Reli 
gionsgespräch. Lr gehe hin. Lr sei immer sehr be 
schäftigt. 
10. September aus Worms an den Rbt. (Gpus- 
cula 168, Burm. 64 b.). Lr könne über das Collo 
quium wegen Zeitmangel noch nicht berichten. 
1. October Heidelberg an den Rbt. (Opuscula 
167., Burm. 64 b.). Lr wolle nächster Tage nach 
Würzburg. (Fortsetzung folgt)
	        

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