Full text: Zeitungsausschnitte über Jacob Grimm

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Haus Eichberg bei Eisenach. 
O Eichberg, Waldrast ohnegleichen, 
Leis' durch die Wipfel deiner Eichen 
Fühl' ich den Hauch des Friedens streichen. 
O mög' es niemals von dir weichen, 
Dies höchste Gut, das dir beschieden: 
Der Wald- und Haus- und Herzens-Frieden! 
Zur Feier des 100. Geburtstags von Jakob Grimm. 
(4. Januar 1885.) 
Jur Eichwald tief — so geht die deutsche Sage — 
Rinnt, unter Stein versteckt und Wurzelwerk, 
Vor einein dunkeln, felsunischloss'nen Berge, 
Unsichtbar für der Werktagmenschen Blick, 
Ein heil'ger Quell von silberklarer Flut. — 
Jahrhunderte zieht er verborgen hin, 
Und niemand achtet auf sein leises Rieseln, 
Als nur der Waldfpecht, der im Hohlstamm ballt: 
Goldkrönig schläft auf moos'gem Stein die Schtzlnge 
Und wunderschöne Blumen blüh'n umher. ^ 
Doch, wann anl Himmel steh'n die rechten Sterne, 
Dann mag ein Sonntagkind mit reinem Herzen, 
Dem Lüge nie die Lippe hat entweiht, 
Von lichten Elben, ahnungsvoll geführt, 
Den Born entdecken, schweigend niederknie'n 
Und schweigend schöpfen mit der hohlen Hand, 
Die Augen kühlen und die heiße Stirn 
Und trinken: — da errauschen rings die Eichen: 
Den Wanderer durchrieselt heil'ger Schauer: 
Sein Auge sieht, es hört seili staunend' Ohr 
Ringsum der Dinge wahre Wesenheit.
	        

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