Full text: Zeitungsausschnitt über Philipp Wilhelm Grimm

Hessisches Staatsarchiv Marburg, Best. 340 Grimm Nr. Z 2 
tzMH HMn clnin WaffenMstand zwischen 
tzes Gemralen der Rt>e<n- Sambre- und 
Mmee, und den feindlichen äuge« 
ründigtt. Wir müssen hierbei bemerken, daß 
die^Gencrale wohl Einstellungen der Fc-indfelig- 
f eiten mif'mtiflc Tage verfügen z aber keine der» 
gleichen Praiiminairvertrüge, die man einen 
Waffenstillstand nennt, fchliescn tonnen. We- 
nissecnr muß sie die Regierung bestätigen, und 
alle Bedingungen davon müssen nur bedingungS- 
weise und provisorisch seyn. Ehe also das Di« 
rektoriüm jenen , davon hier die Frage ist, gut 
heifet, wird es vorher untersuchen, ob er wirk 
lich für die Republik nützlich sey, und ob dadurch 
der Friede, welcher der Gegenstand aller unserer 
Wünsche ist/ beschleuniget werde." Man hat 
Ursache zu glaubin, daß das Direktorrum die 
sen Waffenstillstand, jedoch nur auf einen Mo 
nat, bestätiget hat. Offizielles ist inzwischenda- 
von noch nichts vorgekommen, auch von beiden 
Conseils noch keine Anzeige davon geschehen.— 
Mathieu Monlmorency, der als ein Ausgewan 
derter war in Verhaft genommen worden, hat 
seine Freiheit wieder erhalten. 
Schreiben aus Zweibrücken, den 7. Jänner. 
Der geschlossene Waffenstillstand hat uni noch 
keine Erleichterung unsers Schicksals verschafft. 
Gestern holten die Franzosen 4 Geiseln aus un 
serer Stadt ab, und führten sie nach Saarbrü 
cken. Heute wollten sie noch 2 abholen, diese 
hatten sich aber geflüchtet. Dadurch wollen sie 
unsere Stadt zwingen, die an sie gemachte harte 
Forderungen zu erfüllen. — Birkenfeld und die 
dortige Gegend ist jetzt wieder von ihnen besetzt, 
wo sie ebenfalls nicht zum besten wirthschaften. Zu 
Brombach, wo sie kurz vorher alles ausgeplün 
dert hatten, führten sie vor einigen Tagen eine 
ganze Heerde Schaafe weg. Eben so unange« 
nehme Nachrichten erhält man auch auk den Ge 
genden der Mosel und bei HundSrückS. Nach 
der Aussagt von Reisenden sollen sie noch in 
Trarbach seyn. 
TodeSankündigung. 
^Nach dem Rathfchluß des Höchstes verschied , 
NachiS vom stk» auf den loten dieses, an den Fol- 
gen eines hitzigem Brustsiebers, zur ewigen Ruhe 
in jener besseren Welt, mein geliebtester Ehegatte, 
Philipp Wilhelm Grimm, hiesig hochfürfll. hessischer 
Amtmann, in dem 45 ^Jahre seines Alters, dem 
rzten unseres vergnügtesten Ehestandes, Md dem 
5ttn seines geführten ArmeS. Alle, die den Seli 
gen .gekannt, werden ihm das Zeugnis eines auf 
die herrschaftliche Gerechtsame und den Wohlstand 
der Amtsunmthancn giejch PflOtmLsig airsmerksam 
gewesenen ttcueu Dieners, so wie überhaupt das 
e neö rechtschaffenen Mannes, nicht versage». Mil 
meinen 6 allesammt noch unerzogenen Kindern füh 
le indessen die traurige Lage des herrühren Wilk 
wen- und Waisenstandes mit dem innigsten Schmerz-; 
mache allen unseren abwesenden Verwandten und 
Bekannten de» uns betroffenen harren Fall schul 
digst hiermir dekariitt, empfehle mich und sie, wei 
ne minder, deren ferneren Gewogenheit und Freund 
schaft, uni» verbitte mir, in der völligen Ueberzeu 
gung ihrer aufrichtigen Theilnahme, weitere schrift 
liche Korrdolcntz. Steinau an der Suase «urnr. 
Jänner 1796. 
Dorothea Grimm 
geb.^ 
Bekanntmachung. 
MiÜwoch den 6ten dieses ist ein junger Mensch 
von 16 Jahren wegen gehabter Verdrüßlichkeit mit 
seinem Lehrherrn von hier weggegangen; derselbe 
hat rundgeschnittene rörhliche Haare, einen nmdc» 
Hut, blaues Kamssol hellgrau e Beinkleider und 
Stiefel an. Sollte Jemand denselben gesehen haben, 
den Ort seines Aufenthalts, oder sonst etwas von ibm 
wissen, so wird inständig gebeten, solches zur Be, 
ruöißung seiner Familie an hiesige Zeiruogscrpedi- 
Non zu berichten. Hanau den 14. Jan. »795. 
Avertissement. 
Der Rathsvcrwandte Hr Joh. Henr. HübN z« 
Gelnhausen ist gesonnen, seine in der Sradr am 
Kinzigfluß gelegene Mahlmühle von Petri dieses 
Jahres an auf 6 Jahre an den Meistbietenden zu 
verpsachten. Ersagte Mühle bestehet in zwei wohl- 
eingerichteten Mahlgängen nebst hinlänglicher Woh 
nung und Stallunyen, in circa 9 Morgen Wiesen, 
Ackerland, Baumstück und Grmülgatten, alles an 
der Mühle gelegen; sotann werden dem Beständer 
auch noch alle zur Mühle crsor-etMe Gerärhschaf- 
ten üserlassen. Die Pfachrliedhaber sönnen sich den 
2neu dieses Monats Nachmittags um 2 Uhr zu 
©einlaufen in erfahrer Müdle bei dem Eigenthü 
mer emfinden, und der Meistbietende gegen ver- 
hälrmßmäsjge Kaution sich des Zuschlags gewärtigen.
	        

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