Full text: Zeitungsausschnitt über Philipp Wilhelm Grimm

erhalten, sich in marschfertigen Stand zu setzen, ft allein heut ist schon der 17., und wir wissen noch 
um nach den verschiedenen Gegenden der derma. ^ nichteinmalmit Gewißheit, woranwirsind. Vier 
ligen Kriegsschauplatzes aufbrechen zu können, p Kuriere sind in Kurzem zum Theil aus Lemberg, 
Unter andern ist dar hier in Böhmen gelegene d zum Thett aus Podgorze nach Warschau, zum 
Oberstbaleillon vom Infanterieregiment Michael » Theil auch aus Würschau kommend hier durch- 
WalliS nach Itaüen beordert. d paffirt, welche l-tzteren unt faßten: daßdieRus- 
Wien, den 6. Jänner. il, sen in Warschau marschfertig seyen, jedoch auf 
Die königl. französische Prinzessin ist den26. M weitere Ordre ihren Aus marsch verschoben hätten, 
v. M. ganz in der Stille, und mir wenigem Ge- N Scmlin, den 27. Dezember, 
folge an den Gränzen der k. k. Staaten ange- Jk Daß die Rebellen sich wirklich wieder zusam- 
kommen, und noch an eben dem Tag<, auf V Men ziehen, wird von allen Seiten bestäti- 
schweitzerischrm Gebiet, in einem Lustorte, ohn- J| ge). ES scheint daher, daß sie noch nicht 
weit Basel, nach der vorhin von dem k. t. Mi- ff gesonnen sind, ihr Vorhaben aufzugeben. Aus 
nister in der Schweiz, Freiherrn von Degel- J) dieser Ursache last auch der Bassa von Belgrad 
mann, mit dem hierzu bevollmächtigten Kommis- W eiligst die Vrstung mit allem Nöthigen versehen, 
sär Bacher getroffenen Verabredung, dcmzu die« Z und will, wie man hört, neuerdings ein Ansu- 
sem Ende mir allerhöchstem Aufträge versehenen ff che» an das Generalkommando machen, Früch- 
Fürstenvon Gavre übergeben werden. IhreK. 1 re bei uns einkaufen zu dürfen. In Belgrad 
Hoheit setzten in Begleitung obbenannten Für- # wird nun alle Tage sowohl mir kleinem Gewehr 
fiens, und der aus Frankreich mitgckommenen |L als mir Kanonen exerzrrk, u,nd anbei Stadtund 
Madame de Seucy, ihre Reise über Laufendurg ff Vestung in besten DmheidigunsSstand gesetzt, 
nach Jnsbruck fort, wo höchstdicselben den ncn p Ir»e Kanonen, welche bisher gegen unsere Sei- 
d. M. angelangt sind. — In unserer heutigen ff ^ standen, sind sogar auf die andere Seite ge- 
Zeitung befindet sich ein Bericht von dem.F. M. W wendet worden: ein Zeiche», daß man wegen 
Grafen von Wurmser aus Mannheim vom 24. M einer Uebcrrumplung sehr besorgt seye. Der Bas 
vorigen MonatS, welcher eine Beschreibung der <ji sa von Belgrad jucht nun die Servier durch gx- 
feindlichen am i8. 19. und 2vttn des nemlichen dü kmdc Bchandlung zu gewinnen, und hat dahcr 
MonatS in den Gegend von Homburg, und TT den Türken urtcr Tvdekstrsfe verboten, in die 
Zweibrücken unternommenen Angriffe enthalt; j| Dörfer ;u gehen, und von den Unterthanen et- 
»nd in einer Beilage zu jener am 2ten d. Mon. ff wa Geld zu erpressen, welches ehemalen oft ge- 
werden in einem Berichte des Hrn F. M. Grafen schehen ist. 
von Clerfait aus dem Hauptquartier zu Kreuznach ^ Donaustrohm, den 4, Jänner. 
-en27.Dez. die kriegerif. Vorfälle in dortiger Ge- ft Die Antwort, welche der Kaiser dem pfölzi- 
gendvom 8ten bir den 17. v. M. erzählet. In ff schen Gesandten auf seine Beschwerde über die 
keinem von diesen beiden Berichten geschiehet von n> Entwaffnung der pfälzischen Truppen gegeben 
dem zwischen den beiderseitigen Armeen geschlos- # hat, ist vov folgendem Inhalt: „Se. Maje- 
ftnen Waffenstillstände eine offizielle Erwehnung. sta't könnten hierüber noch nichts entscheiden, 
Lublin , den 17 Dezember. S weil diese Entwaffnung ei. e Folge der fchändli- 
Wie doch aller so verkehrt in unserm gegen- A chen Urbereabe der Stadt Mannheim an die 
kvärtigen Zeitlaufe zugeht. Bor kurzem machten ft Franzosen, und des gar nicht freundschaftlichen 
wir unS hier schon reisefertig nach Krakau; schon ff Betragens der Besatzung gegen Höchstdero Trup- 
rvar der Tag unsers Aufbruches bestimmt, am6. pen gewesen sey.. Die Sache müsse vorher ge- 
sollten unsereTruppen darinn einrücken, und die A hörig untersucht werden, ehe dcsfallr eine ent* 
hier liegende ihnen einige Tage daraus folgen; ff scheidende Lntschliesuvg gefaßt werden rönne. 
Was die LieftrungSfsrderungen des Grafen von J) Sr Maj. zu Beförderung des allgemeine» Wohl« 
Wurmser betreffe, worüber man sich ebenfalls schnurstracks entgegen seyen rc." — Dem Vernch- 
beklage, so ersuchten Se. Majestät den Kurfür- ft men nach find verschiedene Offiziere von der iia, 
sten, in Erwägung zu ziehen, daß eine Armee, ff lienischen Armee, die man einer Einversta'ndnis- 
die sich durch Umstande genöthiget siehet, in ei« h feS mit dem Feinde beschuldiget, gefangen nach 
ne Gegend zu marschiern, wo sie niemals ge- f Wien gebracht worden. Auch sind die Schrif- 
glaudt hat, daß ihre Gegenwart nöthig seye, jl ten des Generals Fischer,, der sich in Italien 
ihre Magazine nicht nachführen, und sich Lebens- 4» selbst gctödtet hat, dort angekommen, welche 
mittel verschaffen kann, und daß sich folglich A wichtige Sachen enthalten sollen.—SeMaj. der 
nicht mit Grund über unumgängliche nöthige Lie. ff Kaiser haben alle gegen Preussen, und gegen den 
ferungen beklagt werden könme, ohne welche die ff mit Frankreich geschlossenen Frieden herausge- 
Armee hatte umkommen müssen, und die übri- kommene Schriften sehr streng in DeroSlaatcn 
genS nur schwache Aufopferungen gegen daSjenl- ff verboten, 
ge sind, was man verloren haben würde, wenn Paris, den 4. Jänner, 
dar Land in die Hände eines alles verheeren- V ES soll nicht wahr seyn, daß derDuboiS Crance 
den Feindes gefallen wäre; übrigens hatten Se. jh ermordet worden ist. — Der Iustizminister har 
Majestät befohlen, alles, was Dero Armee ge- ^ den Verfasser des Journals L’ami du peuple 
bliesen worden sey, und noch geliefert wer- ft in Verhaft nehmen lassen; er wird beschuldigt, 
de, zu bezahlen, und wegen des Preises mit ^ er predige beständig in seinen Blattern Verle- 
der pfälzischen Regierung eine Uebereinkur-sr ^ tzuvg der Eigenthums, und behaupte, derjenl- 
zu treffen. In Ansehung der von dem ff ge, der zu viel hat, müsse dem, der zu wenig 
Grafen von Wurmser von der Stadt Mann- ff. hat, abgeben.— Der Minister der inneren An 
heim geforderten Kontribution, müßten Se. Ma- ff gelegenheiten schiinet, sowie mehrere von unsern 
jestat gestehen, baß er hiezu nicht befehliget ge- Journalisten, ebenfalls zu besorgen, daß hier 
wesen sey; allein, da er üblich sey/ Truppen, ff eine geheime Ga'hrung vorhanden sey. DieS er- 
d e eine Vestung wieder erobern, Merkmale von ff hellet aus folgendem, was er an die Polizdver- 
Erkanntlichkeit zu geben rc. zumal da diese Eco- Jj, waltung erlassen hat. ES heißt nämlich unter 
hcrung mit so viel Mühe, und so grossem V andern darin; „Die Parthie gewisser Leute (eS 
Verlust verknüpft gewesen sey, so glaubten Se ist hier von dem Kkubb im Pantheon die Rede) 
Maj.. daß die Einwohner von Mannheim aus verstärkt sich btträchrlich. Besonders laufen dem- 
Dankbarkeit gegen ihre Befreier, dieiooooc>fl. ft selben die Arbeiter stark zu. Man sagt ganz laut, 
gern gegeben haben würden, die erhoben, undun- Hs der Augenblick, um sich zu zeigen, fty sekom- 
ter die Truppen au^getheiltwordcn seyen, mit der o men. Sre machen dem gesetzgebenden Korps die 
Bezahlung vernoch weiter gefederten roooOofi. Vorwürfe, es bestünde aus Roialist.n. Es ist 
könne er noch Asstand haben. — Se Majestät ¥ gewiß, daß die Oberhäupter dieser Partie E-nis- 
hatten dem Feldmarschall vo^ Wurmser Befehl j| sarien in die Departement- geschickt haZcn; und 
gegeben, sich nicht in die Cioil>Regieruttg zu mi- ff man sicht seit einigen Tagen wieder SchrcckenS- 
schen, ob Höchstdieseld^ gleich Screchktget seyen, H manner zum Vorschein kommen, die sich bisher 
die Stadt bis nach dem Friedet' y,i behalten, ff wenig sehen liefen; unter andern den Kopsab- 
uad mit ihr, wie mit einer eroberten Staltt, zu 0 schneider Jourdan." Ein Journal, welcher 
verfahren. Sie erwarteten aber , daß Se kur- Jj, unter dem Schutze der Direktoriums herauskommt, 
fürst iche Durchlaucht die Verwaltung der öf» ff sagt von dem zwischen unsern Generalen, und 
sentlichen Geschäfte solchen Personen anverttauen H. jenen der Kaisers geschlossenen Waffenstillstand 
würde, die nicht verdächtig, und den Absichten ff folgender» „Verschiedene Journale (heißt ti 
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