Full text: 425 Jahre Heinrich Schütz

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Heinrich Schütz 
Christ ist erstanden <SWV 470> 
Signatur: 2° Ms. Mus. 52 b 
Handschrift Kassel 1614-15 
Aufgeschlagen: f. l v und f. 19 r Basso per l’organo. Christ ist erstan 
den. ä ii. 2. Capell: H.[enricus ] S.[agittarius] (Schütz-Autograph?); 
f. ll r Voce Cunt 9 [us] (Schreiber?); f. 12 T Altüs (Schreiber?) 
Das Werk dürfte nach der Rückkehr aus Venedig entstanden sein, mögli 
cherweise zum Osterfest 1615. Der Hauptschreiber war Georg Schimmel 
pfennig, drei Blätter sind von Heinrich Schütz beschrieben, der dritte 
Schreiber ist bisher nicht identifiziert. Einige Blätter stammen möglicher 
weise aus Dresden. 
„Christ ist erstanden" (SWV 470) ist ein Konzert für 3 Solostimmen, 
2 vierstimmige Instrumentalchöre und 2 vierstimmig gemischte Capell- 
chöre. In dieser Motette zeigt bereits der junge Schütz seine immense 
Begabung im Umgang mit Texten. Der Chorsatz beginnt nach 64 instru 
mentalen Einleitungstakten. Gleich zu Beginn führt der Sopran an der 
Textstelle „Christ ist erstanden ..." alle Singstimmen in wenigen Takten in 
eine hohe Lage, die wirkungsvoll zu den beiden tief gesetzten Instrumen 
talchören kontrastiert. 
Heinrich Schütz 
Entsetzet euch nicht <SWV 50 Anm. 2> 
Signatur: 2° Ms. Mus. 49 v 
Handschrift Kassel um 1627 
Aufgeschlagen: f. 4 r -4 v Basso Continuo mit Bezifferungen und 
Hinweisen auf die Einsätze der Vokalstimmen (Schütz-Autographe) 
Diese Handschrift enthält den zweiten Teil der „Auferstehungshistorie" 
ohne Evangelistenpartie (SWV 50 Anm. 2). Sie entstand während einer 
produktiven Hochphase. Die Zeit der 1620er Jahre war für Heinrich Schütz 
geprägt von einem ungeheuren Schöpfungsdrang. Einerseits bestand die 
existenzielle Notwendigkeit, zu komponieren, andererseits hatte Schütz 
das Bedürfnis, viel zu schreiben. 
Die „Auferstehungshistorie" ist sein erstes oratorisches Werk. Es hat 
drei Großchöre: zwei sechsstimmige jeweils am Anfang und in der Mitte, 
sowie einen doppelchörigen mit separater neunter Stimme des Evange 
listen. Dazwischen beherrschen die rezitativischen Teile das Stück, beglei 
tet von Orgel oder Gambe. Die Kasseler Handschrift umfasst bis zu fünf 
Vokalstimmen und den Basso Continuo.
	        

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