Full text: Alchemie am Kasseler Hof

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Lux lucens in tenebris, Splendor solis, 
Angelus lucis. 
Südostdeutschland, 1584. 2° Ms. chem. 21 
Aufgeschlagen 92 v -93 r : Planetenbild (Sonne) 
mit Transmutationsprozess in der Phiole. 
Dieser Prachtkodex ist erst lange nach Landgraf Moritz nach Kassel 
gelangt: wohl unter Landgraf Karl (reg. 1670-1730) oder seinen Nach 
folgern Friedrich I. (1730-1751) bzw. dessen Statthalter Wilhelm (VIII.). 
Die Handschrift ist wie fünf weitere abgeschrieben und -gemalt von dem 
Berliner Original, das, wie jüngst entdeckt, 1531-1532 von dem Augs 
burger Illuminator Jörg Breu d.Ä. (um 1475-1537) gemalt worden ist. 
Den Text hatte man bisher dem fiktiven Lehrer von Paracelsus, Salomon 
Trismosin, zugeschrieben. Tatsächlich ist der Autor unbekannt. 
Joachim TELLE (Kommentarband zum Faksimile des Berliner Exem 
plars, 2005, S. 21) nennt das Buch ein „Lehrwerk der spätmittelalterli 
chen Transmutationsalchemie"; Metallentstehung und -Veränderung, 
Einfluss der Planeten auf den Alltag und das alchemistische Geschehen, 
die Wirkung der heilenden Panazee, alles in verdunkelnder, paraboli 
scher Diktion. 
Oben thront der Sonnengott, beherrscht den geschäftigen Alltag, der 
farblich in Beziehung gesetzt ist zum alchemistischen Geschehen in der 
Phiole, den drei Stufen der Transmutation.
	        

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