Full text: Kleine Gedanken

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398. 
Ein jeder Gegensatz setzt eine bestimmte Beziehung 
voraus, bald eine positive, balb nur eine negative. 
Kritik. 
399. 
Die Kritik kann weder verkleinern noch vergrößern, 
so sehr sie auch um beides sich bemüht. 
400. 
Die Selbstkritik zerstört die schönsten Blüthen. 
401. 
Man ist niemals ein guter Kritiker seiner selbst, 
nicht einmal in seiner Kunst. 
402. 
Die meisten Kritiker haben den Fehler, subjectiv 
aufzutreten, d. h. ihren persönlichen Beifall oder Tadel 
mit dem Werth oder Unwerth des beurtheilten Gegen- 
standes zu verwechseln oder vielmehr zu identificien. 
403. 
Der Tadel ist in den Augen der unberufenen 
Kritiker die vornehmste Eigenschaft der Kritik.
	        

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