Full text: [Rezension:] Die althochdeutschen Präpositionen. Ein Beytrag zur deutschen Sprachkunde und Vorläufer eines althochdeutschen Sprachschatzes, nach den Quellen des achten bis elften Jahrhunderts, Von E. G. Graff. (..) Königsberg: Bornträger 1824

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Zur deutschen Sprachkunde. 
XXVIII. Bd. 
ziehung von durch auf thüre geworden , und nichts wäre falscher 
(Grafs S. 202). Tooke bringt tö (zu) zu dem goth. taui 
(opus)! Mit Grund aber darf man nehv * nah für dem Adj. 
nah, altn. User; wahrscheinlich altn. hid (schwed dän. hos) für 
dem Subst. hi (rnansio), hion (farnilia), goth. heiv, ahd. hin 
verwandt ansehen. Vielleicht berührt sich mit und das Verbum 
midan (Pl. Prät. mitun). 
Noch eins muß jeden, der etwa mit den deutschen Präposi 
tionen bloß aus deutschen (lebenden) Wurzeln fertig zu werden 
gedächte, stutzig machen: die Identität vieler mit lateinischen, 
ariechischen, slavischen Partikeln. Denn so deutlich auch die Be- 
rührungen dieser Sprachen aus allen Wortklassen hervorgehen, 
finden sich doch in dem kleinen Kreise der Präpositionen fast die 
zahlreichsten. Nun scheint es aber grammatische Wahrheit, daß 
in jeder Sprache das am ersten und sichersten zu erklären ist, was 
aus dem System ihrer Besonderheit hervorwächst, urgemeinschast- 
liche Züge verschwisterter Sprachen auf ältere und verborgenere 
Grundgesetze zurückbezogen werden müssen. Man halte die Form 
und Bedeutung, doch mehr jene als diese, in folgenden Präpos. 
zusammen: in, lat. in, griech. Iv; an, ana, griech ara, slav. 
Ha (mit Aphärests *) ; ab, aba, griech. axo, lat. ab ; goth. us, 
slav. H-S ? goth. at, ahd. az , lat. ad; goth. mith , griech. juerd; 
griech. «/UL, ahd. saman; lat. iterum, goth. vithra , ahd. wi- 
dar; goth. faura , lat. pro, prae, slav npo, griech. npo; slav. 
A o, goth. du, ags. to, ahd. zi, zuo; griech. a/ipz, ahd. umpi; 
griech. avri, goth. and; griech avev, ahd. ano, goth. inuh (an 
dere Gleichheiten werden sich hernach bey Betrachtung der Fort 
bildung und Composition einfacher Prap. zeigen). In solchen 
Fällen befriedigen die nahliegendsten deutschen Wurzeln nicht. 
Auf at 1 Q2 würde kaum eine andere Form bezogen werden kön 
nen, als Itan, ezzan mit dem Ablaute at, az; doch der Sinn 
sträubt sich allzu sehr, und das lat. edo gewährt kein a, das zu 
ad stimmte (eher verwandt schiene aedes) * 2 ). Andere Stämme 
will ich auf andere Partikeln hier nicht versuchen. 
Das Gesetz des deutschen Ablauts scheint freylich in man 
chen Partikeln rege. Aba , apa, epan, i'ba, opa, upar; 
fr am, frums, frumist; thairb , durah; fairra, fair, ver, 
r) Die der Slave liebt, vgl. nc» mit dnc, utio ; paAo mit opaAo; 
Aa6e mit albis; Aa6y^l. mit ahd. elpiz, altn. alpt. Analog die 
Aenderung des altn. uppu in schwed. pa. Beym sl. ab könnte 
umgekehrt » apocopirt seyn? Da sich in der Derivation vor Vo 
calen die Liquida erhalten hat, vgl. BHympo (intus, intra) 
EU - yrapo, welches Dobr. p. 4^4 anders nimmt. 
2 ) Wie das stanz. chez aus casa stammt, span. ital. en easa.
	        
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