Full text: [Rezension:] Die althochdeutschen Präpositionen. Ein Beytrag zur deutschen Sprachkunde und Vorläufer eines althochdeutschen Sprachschatzes, nach den Quellen des achten bis elften Jahrhunderts, Von E. G. Graff. (..) Königsberg: Bornträger 1824

Zur deutschen Sprachsünde. XXVlII. Bd. 
hangen); 6 b , 70^ : sitjaähaugi(cim ipügel ft^en); 54 a .: koma 
e golf; aber io b : koma at dömi, zu Gericht kommen; 74 b : 
kom endr at hamri (recuperavit malleum, kam wieder zu dem 
Hammer); d laßt erwarten, daß die Vereinigung keine Dauer 
haben werde/ bey at soll sie dauern. Daher 461 : innkoma becci 
a, drecco at (sich an den Tisch zum Trunk setzen)/ und bey at 
mit dem persönlichen Gen. das Verweilen in eines Hause. Daher 
ahd. sizan az (GrafsS. 94)^ Bey fahren / schwimmen/ schwe 
ben/ schreiten/ wo wir uns nhd. des ar//bedienen (auch mhd. 
vliezen, Sweben iif. Nib. 6167. Gudr. 4668), hat die frühere 
ein UNtadelhastes ttna: gieng an den wellön, yerit an den 
bergon (Grafs S. 77); und altn. 64^ : a yag roa; 20*. : a 
sio roa; 2o b : a isi scrida. Erwägt man/ daß uf, auf, keine 
alte Prap. / sondern gerade aus Zusammensetzungen wie üf-ana 
entsprungen ist/ so mindert sich die scheinbare Verschiedenheit 
zwischen beyden Constructionen. 
Die sich mischenden und scheidenden Bedeutungen der unter 
II, a. III, a verzeichneten Präpositionen verlangen eine feinere 
Zergliederung/ als aus der Tabelle hervorgehen kann. Es ist 
aber hier kein Raum dazu; man studiere Herrn Graff's Buch. 
Einzelne berühren sich mit IV, a (auf, ob), ja positive mit ne 
gativen/ {. 05. bei mit neben (VI, b) und von (III, b), also 
der Urbegriff von Nähe auf den der Abkunft angewandt. Das 
letzte Beyspiel will ich etwas ausführen. Pi, bi y welches den 
nord. Sprachen du -chaus mangelt/ stehet bey O für das lat. de 
(S. »07). Die Redensart keban redjun (reddere rationem) 
pi sindet sich eben so im Ags. reht ägifan be tbäm. Einer im 
Mhd. besonders häufigen Anwendung des bi gedenkt der Vers, 
nicht/ sie ist auch im Ahd. selten/ im Nhd. wieder veraltet. Es 
verbindet sich mit gebären/ schwanger werden/ Kind tragen/ statt 
des lat. a oder ex (prolem suscipere ex aliquo), und des nhd. 
von, >as einem goth. fram (nicht af) entsprechen würde. N. 82, 
7: sin muoter gewan in be iro fater; altsächs. wärunirokind 
odan , barn Le is brodor; mhd Parc. 1 io b : bi der Gahmu- 
ret ein kint gebar (mit welcher G. ein Kind zeugte); Wigal. 40: 
diu vrouwe swanger wart bi im eines kindes; Gudr. 2* : si 
begunde bi dem kunige ein edel kint tragen ; 65 a . : wo sint 
iuwer kint, diu ir bi Hartmuote habet getragen sint?; Wilh. 
2, 140* : schoeniu kint bi einem man; 2, 178^ : ein moe- 
rinne Josuweizen bi im gebar; MS. 1 , 76* : an dem hat 
haz bi nide ein kint, und ähnlicher Stellen mehr. Altn. in 
gleichem Sinne vid_, 65* : vid systur thinni gaztu mög; 65 h . l 
hon atti mög vid mer (vgl. die oben angeführte Construction 
des Verb. leben/ wo sich goth. bi, altn. vid, und nhd. von 
/ 0/ 
^ tt
	        

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