Full text: [Rezension:] Die althochdeutschen Präpositionen. Ein Beytrag zur deutschen Sprachkunde und Vorläufer eines althochdeutschen Sprachschatzes, nach den Quellen des achten bis elften Jahrhunderts, Von E. G. Graff. (..) Königsberg: Bornträger 1824

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Zur deutschen Sprachkunde. 
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a vereinigend gesetzt wird, koma ä golf, ganga ä stol, koma 
fra golfi, ganga fra stol z 9 b : gengr franadri; 141* , i44* * 
taka fra bui; i i b : koma fra fiöllum; i5s* : nema fräeinum 
(auferre). As druckt aus, daß etwas at gewesen ist, 9 b : stiör- 
nur hverfa af himni (fallen ab); 29® : iiötr sprettr af fötum 
(springt ab); i6i b : af gehörn geislar 8todo; 149^: vötn 
hnigo af himin fiöllum (strömten herab); 8 b : sol skinn af 
sverdi (Abglanz). Daher af (nicht leicht fra) mit or (ex) wech 
selt. Man sagte dreeka af horni für aus dem Horn; 67^ : 
drack af; 4 b : dreeka af vedi valfödurs (aus Odins Pfande, 
d. h. aus dem Brunnen, worin er sein Auge zu Pfand gegeben 
hatte); doch stehet 4 1 . • or kerom dreeka. Umgekehrt hieß es 
Stiga or hesti f. von dem Pferde steigen, wie descendere ex 
e^uo und 8edere in equo, cadere ex equo, gleichsam aus dem 
Sattel fallen, vgl. i34 b : stigo or södlum; wiewohl auch 4 2 * : 
lataz af mars baki *). Ahd. dürfte gesagt werden: aufstehen, 
ir demo muose, weil auch in muose galt (Grafs S. 67, 
Not. 2); ahd. muß es heißen: von dem mahle, wie bei dem 
mable (bei tisch, an tisch sitzen). At ist schwächer als U aber 
stärker oder lieber fester als ck. Der Fremde kommt 3i* athöllu, 
gehet ein (inn gecc) und heißt dann 1 hüll kominn ; eben so wird 
24^ , 3o b wiederholt: hava höllö at, hava höllo i (bey der 
Halle, in der Halle hört ich sagen). Ein Unterschied ist i b : 
ganga a stol; und 24* : (sitja) stoli at, zum Stuhl gehen, und 
auf dem Stuhl sitzen. Es heißt 27 b : hanga ä meidi (am Baum 
es im ersten Fall eher von »no, im andern eher von ex vertreten. 
Ulfilas gibt die gr. dno durch fram und af wieder, in manchen 
Stellen vielleicht gleichgültig, gewiß nicht in allen, sondern fram 
steht ihm mehr für äno, uno; af mehr für ohed, »x. Vgl. Matth. 
11, 7: raus fram vinda vagidata (uno avejiou ccikiv6\L£vov); 
Matth. 6, 2: fram mannam (u7io xuy ; Marc. 8, 
3i : uskiusan fram thaim sinistam (reprobari a) ; Luc. 17, 7: 
gaggandin af haithjai (ex xou aypou); Marc. 7, 3i: galeihands 
af markom (ex tuv dprwy); Marc. 7, 4 : quimands af mathla 
(ako fayopas). So selten nun die ahd. Prap. aba in manchen 
Denkmälern erscheint (gar nicht bey K. T. O.); so halte ich sie doch 
im Hiid. obana ab hevane für ganz an ihrer Stelle, und richti 
ger als vram oder vona. Auch scheint mir, daß zwar vona oft 
für aba , selten und kaum aber aba für vona gefetzt werde, selbst 
noch im Mhd. vgl. glesten ab der wät, Parc. i88 b ; ab der 
kunkel spinnen, troj. 116« ; ab der unde treten, Gudr. 8i b ; 
er ribte ab unser ebne , MS. 2 , 2H (judieet de); wie denn 
nach des Vers, richtiger Bemerkung (S. 215) aba fast nicht can- 
sal gebraucht wird. 
*) Wie russ. e^Dsuib cb kohs, böhm. slezti s kone (absteigen), und 
mhd. ab dem pferde si dö trat. Vrib. 4662.
	        

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