Full text: [Rezension:] Die althochdeutschen Präpositionen. Ein Beytrag zur deutschen Sprachkunde und Vorläufer eines althochdeutschen Sprachschatzes, nach den Quellen des achten bis elften Jahrhunderts, Von E. G. Graff. (..) Königsberg: Bornträger 1824

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Zur deutschen Sprachsünde. 
XXVIII. Bd. 
Die Anordnung der einzelnen Präpositionen erscheint viel 
leicht ziemlich gleichgültig; gewöhnlich sind sie in jeder Gramma 
tik nicht nach ihrer Form oder Bedeutung abgetheilt/ sondern 
nach der Casusrection. Zum Behufe der nachfolgenden Bemer 
kungen will ich auf der beygefügten Tabelle/ mit Hineinziehung 
einiger anderen Sprachen und mit Rücksicht auf Satz und Gegen 
satz eine Classification der Hauptpräpositionen versuchen/ die von 
der Grassischen etwas abweicht. Einige geringere Präpositio 
nen/ wie: zwischen, seits, bis, wegen etc., und mehrere zu 
sammengesetzte können hierbey ganz übersehen werden. 
Meine Aufstellung/ dünkt mich/ gewährt einige Vortheile. 
Einmal findet sich bey jeder der acht Klassen unter b das dem 
Begriffe a entgegenstehende gleich zur Seite/ welches der Vers. 
S.> nur zwischen seiner Klasse A. I, II; VI, VII; VIII, IX; 
XV, XVI und B. I, II wahrnehmen läßt. Man könnte darnach 
alle Präpositionen in positive und negative eintheilen/ es gibt 
aber überall einzelne/ die auf beyderley Weise/ freylich mit ver 
schiedener Bedeutung und vielleicht Rection/ vorkommen. So 
steht bi III, a und VI, b; fram II, b und VII, a; of IV, a und 
VI, b; nach II, a und V, b; nebst VIII, a und neben VI, b; 
das slavische cb VIII, a und III, b. Zweytens scheinen sich die 
drey ersten Klassen in manchem Betracht von den folgenden zu 
unterscheiden. Für (VII, a) handelt der Verf. nicht besonders 
ab / sondern unter \or (V, a), mit dem es auch in den meisten 
Sprachen wörtlich zusammenfällt oder nahe verwandt ist; aber 
man könnte dann auch mit (VIII, a) zu bei (III, a) schlagen. 
Ich habe / um den Gegensatz zu wider und ohne nicht einzubü 
ßen / lieber jene beyde eigens aufgestellt. 
Im Allgemeinen und ohne Weitläufigkeit etwas über die 
Bedeutung und Reetion der Präpositionen zu sagen/ ist nicht 
leicht. 
Der Begriff des Raums waltet vor in den sechs ersten Klas 
sen/ d. h. die meisten ihrer Präpositionen antworten/ und zwar 
die der Reihe a auf die Fragen wo? und wohin?/ die der 
Reihe b auf die Frage woher? Sobald aus dem reinen Raum 
verhältnisse in ein anderes übergegangen wird/ paßt das wo, 
wohin/ woher? nicht mehr/ sondern es muß mit der Präp. 
selbst gefragt werden/ z. B. die perle liegt im meer; der blitz 
fahrt aus der luft; der wolf lauft an dem berg; der böte 
kommt yonRom (wo? woher?); hingegen : in der tugend be 
steht das glück; aus wolle wird tuch gewebt; an der frucht 
der bäum erkannt; von der sache geredet (worin? woraus? 
woran? wovon?). Die Zeit Hat nur eine Frage: wann? (von 
wann?). Bey für (VII, a) ist Heute die Frage wo? wohin? er-
	        

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