Full text: [Rezension:] Berthold des Franziskaners deutsche Predigten aus der zweyten Hälfte des dreyzehnten Jahrhunderts (..), hrsg. von Christian Friedrich Kling. Mit einem Vorwort von Dr. A. Neander. Berlin 1824

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Altdeutsche Predigten. 
© Hessisches Staatsarchiv Marburg, Best. 340 Grimm Nr. L 29 
die Grüderinnen. Die sollte man mit Hunden aus der Stadt 
hetzen. Er nennt sie auch zuotriberinne (S. 3i3, 384), weil 
sie zutreiben. Eitelmacherinnen (itelrnecherinne). S. 389, 454 
scheinen aber die verlornen Dirnen selbst (weil sie die Beutel 
leeren, itel machent?), sonst umschrieben: die bösen Häute,*^_ 
die aus dem Graben gehen (S. 253, 35y, 384). Gibt/^I 
es zu Regensburg oder Augsburg eine Straße dieses yr\ 1 
Namens? wahrscheinlich in allen größeren Städten eine Gasse Ö Jjö u J 
um die Burg (S. 42t mürhüs, lupanar, an der A?auer). Der ' 
edlere Ausdruck gemeine frouwe S. i^3 bey Gelegenheit der 
Maria Magdalena. Noch eine Benennung, die er aber —-"J 
mehr von den Männern gebraucht, ist nescher und nescherin 
(S. i35, 177, 4^6) , vergl. geneschelin S. 4o3 ; naschen 
gilt eigentlich von der heimlichen Lüsternheit nach verbotenen 
Speisen (altd. Wäld. 2, 3, genasch , Leckerey), man sagt 
aber Lecker ganz im Sinne des Bertholdischen Näscher. — Ge 
rn eine Spielleute und Possenreisser werden als Sünder 
dargestellt, ihrer Lugen und Falschheit wegen. S 35: gumpet- 
liuie y giger und tambürer y swie die gebeizeusint, alle die 
guot für ere nement. Er redet einem daz beste daz er 
kan, die wile daz erz (der andere) hceret und als er im den 
rücken keret, so redet er im daz bceste, daz er iemer me 
kan oder mac und schiltet manigen, der got ein gerehter 
man ist und ouch der werlte und lobet einen, der got und 
der werlte schedelichen lebet. Allez ir leben habent sie 
niuwan nach Sünden und nach schänden gerihtet und scha- 
ment sich deheiner Sünden noch schänden; und daz den 
tiuvel versmahet ze redene daz redest du und allez daz 
der tiuvel in dich beschüten mac, daz Inzest du allez vallen 
üz dinem munde. @.92: diu fünfte lügen ist, der (weuu 
einer) einen schiltet, der ze lobene ist und lobet einen, 
der ze scheltenne ist, als der toter und der spilman. S. 313: 
Verdammlich sind, die ihr Gut lotern und gumpelliuteri gebent 
durch lop oder durch ruom. Beyde Benennungen, deren 
sich Berthold hier bedient, sind auch sonst bekannt. Lotar- 
sprahha, leichtfertige Lieder, gl, doc. 223 b . ; toter bey Notker 
vanitas, scurrilitas, ps. 11, 3. 11,7 (wo olter versetzt für 
loter) 35, 4* ll 0, 39; louf umbe loferholzy fragm. 15? 
und Oberl. h. v. ; auch altnordisch loddari (nequam). Zu ? A4/ ;j 
gumpelliute ist zu vergleichen gumpclman, MS. 2 , 240 s gum- 
pel/§pil MS. 1 , i22 2, 97», gumpelwise MS. 2, 72*; 
wahrscheinlich auch Parc. 126® gumpelker für gampelher zu 
lesen, denn es heißt da selbst völlig aus Sprelleute passend, man 
soll sie, die nilit sint mit manlicher wer, mit Stäben walken. 
"laxbrr* „ . Qjj l^r
	        

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