Full text: [Rezension:] Berthold des Franziskaners deutsche Predigten aus der zweyten Hälfte des dreyzehnten Jahrhunderts (..), hrsg. von Christian Friedrich Kling. Mit einem Vorwort von Dr. A. Neander. Berlin 1824

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Altdeutsche Predigten. 
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sel, Sandstein) und get (das Roß nämlich) lihte daruffe 
küme ein mile, unz daz ez (das Eisen 1 zcrbrichet, und 
rnac davon (das Roß) erlammen (furerlamen, wie himinel 
für himel), oder er (der das Roß reitet) mac davon gevan- 
gen werden oder de| lip Verliesen; oder einem armen 
manne (beschlägst du das Roß) der ez tegelichen ment und 
triben muoz in wagen und in pfluoge. Eine Art Schmiede 
ist aber verdammt, sie mögen betn'egen oder nicht, theuer oder 
wohlfeil verkaufen, nämlich: die die langen mezzer slahent, 
damite man die liute libelos tuot (ums Leben bringt); ihrer 
Seele wird nimmer Rath Zur dritten Klasse gehören die Kau f- 
leute. Sie fuhren aus und ein was in dem einen Lande wohl 
feil, im anderen theuer ist. 86 fuerent uns die von Ungern, 
die von Kerlingen; die uf schiffen, die tif wegenen; die 
tribent, die tragent. (S. 44)« du gebest dinen kouf mit 
maze oder mit wage oder mit simmern oder mit ein, daz 
sol allez gewis und gewaere sin. Und ist danne der kouf- 
schaz, daz er weder wage noch maze noch simmern niht 
bedarf, noch ejn , so soltu niemen niht anders dran gehei- 
zen, danne daz daran u. daz du daran weist, Sie sollen 
nicht schwören und betheuern. S 46, 46: Redensarten, wo 
mit sie die Leute zum Kauf beschwätzen. Die vierte Klaffe be 
stehet aus denen, die Essen und Trinken seil haben, Becker, 
Fleischer, Brauer, Methsieder, Fischer, Käse-, Eyer- und 
Heringrräger. Da geschieht Trug: mit mutennem (modrigem) 
oder fidem fleische, oder: daz niht gesunt ist, so du ez 
abnimest (schlachtest^ oder unzitic an dem alter, und gist 
es den liuten, daz sie ez zuo ir reinen sele ezzen, die dem 
almehtigen got ein so lieber hört ist. S. g8: Trug mit 
faulem Wein, Bier, ungesottenem Meth; Verbacken schlechtes 
Korns. Versalzen bröt daz ist gar ungesunt. Wir lesen 
daz niht, daz salz in deheiner slahte w T ise si in spise so 
ungesunt und als jemerlich, als in brote; und ie baz ge 
salzener, ie naher grozem siechtuome oder dem tode* 
Fünfte Klasse: Landbauer. Durch ein biblisches Beyspiel 
wird den Herrn milde Behandlung der Bauern eingeschärft 
(S. 49/ 5<>). Dagegen Trug der Bauern: so fuerest du 
(Bauer) holz da her in; daz ist da mitten krump (krumm ge 
laden) und du (Käufer) köufest den luft für holz. Und daz 
höu, daz legest du so trügenlich üf den wagen, du legest 
ouch schcene körn oben in den sag (Sä t) und danne unden 
daz bcese. Sechste Klasse: alle, die mit Arzney umgehen. — 
Auch ©.91 ist von trügerischen Handwerkern die Rede, zum 
Theil mit ähnlichen Wendungen: der brötbecke sweinmet den 
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