Full text: Die Gedichte Walthers von der Vogelweide

essisches Staatsarchiv Marburg, Best. 340 Grimm Nr. L 267 
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- II 
scliam dich daz du mich an lachest 
nach dem schaden min. 
ist daz wol getan? 
owe so verlorner stunde, 
5 sol von minneclichem munde 
solch unminne ergan! 
Daz mich, frowe, an fröiden irret, 
daz ist iuwer 11p. 
an iu einer ez mir wirret, 
io ungensedic wlp. 
wh nemt ir den inuot? 
ir sit doch genaden rlche: 
tuot ir mir ungnsedecllche, 
/ so sit ir nilit guot. 
15 Scheidet, frowe, mich von sorgen, 
liebet mir die zlt: 
>foder ich muoz an fröiden borgen, 
daz ir sselic sit! 
muget ir umbe sehen? 
20 sich fröit al diu weit gemeine: 
möhte mir von iu ein kleine 
fröidelin geschehen! 
IVIfn frowe ist ein ungenaedic wip, 
dazs an mir als harte missetuot. 
25 nu braht ich doch einen jungen 11p 
in ir dienst, und dar zuo hohen muot. 
owe dö was mir so wol: 
wiest daz nu verdorben! 
waz han ich erworben? 
30 anders nilit wan kumber den ich dol. 
In gesach nie houbet baz gezogen: 
iu ir herze künde ich nie gesehen, 
ie dar under bin ich gar betrogen: 
daz ist an den triuwen mir geschehen, 
35 möhte ich ir die Sternen gar, 
inanen unde sunnen, 
zeigene han gewonnen, 
daz wser ir, so ich iemer wol gevar.
	        

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