Full text: Die Gedichte Walthers von der Vogelweide

© Hessisches Staatsarchiv Marburg, Best. 340 Grimm Nr. L 267 
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II - 
I 
I 
in einem meien an dem morgen fruo, 
und diu kleinen vogellin wol singent 
in ir besten wise die si kunnen, 
waz wünne mac sich da geliehen zuo? 
5 ez ist wol halb ein himelriche. 
suln wir sprechen waz sich deine geliche, 
so sage ich waz mir dicke baz 
in minen ougen hat getan, 
und teete ouch noch, gestehe ich daz. 
io Swa ein edeliu schoene frowe reine, 
wol gekleidet unde wol gebunden, 
dur kurzewlle zuo vil liuten gat, 
hoveltchen höhgemuot, nilit eine, 
umbe sehende ein wenic under stunden, 
15 alsam der sunne gegen den Sternen stat, — 
der meie bringe uns al sin wunder, 
waz ist da so wünnecliches under, 
als ir vil ininneclicher lip? 
wir lazen alle bluomen stan, 
20 und kapfen an daz werde wlp. 
Nu wol dan, weit ir die warheit schouwen! 
gen wir zuo des meien hohgezite! 
der ist mit aller siner krefte körnen, 
seht an in und seht an schoene frouwen, 
25 wederz ir daz ander überstrite; 
daz bezzer spil, ob ich daz han genomen 
owe der mich da welen hieze, 
deich daz eine dur daz ander lieze, 
wie rehte schiere ich dan ne kür! 
30 her Meie, ir «nieset merze sin, 
e ich min frowen da verlür. 
2 Ut, 3: 
Aller werdekeit ein füegerinne, 
daz sit ir zeware, frowe Mäze. 
er saelic man, der iuwer lere hat! 
35 der endarf sich iuwer niender inne 
weder ze hove schämen noch an der straze. 
dur daz so suoche ich, frouwe, iuwern rat, 
daz ir mich ebene werben leret.
	        

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