Full text: Die Gedichte Walthers von der Vogelweide

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essisches Staatsarchiv Marburg, Best. 340 Grimm Nr. L 267 
Ir bischofe und ir edeln pfaffen sit verleitet. 
seht wie iucli der habest mit des tievels stricken beitet. 
saget ir uns daz er sant Peters sliizzel habe, 
so saget war umbe er sine lere von den buochen schabe. 
5 daz man gotes gäbe iht koufe oder verkoufe, 
daz wart uns verboten bi der toufe. 
nü 1er etz in sin swarzez buoch, daz ime der hellemor 
hat gegeben, und üz im les et siniu rör: 
ir kardenale, ir decket iuwern kor: 
io unser alter fron derst under einer iibelen troufe. 
Wir klagen alle, und wizzen doch niht waz uns wirret, 
daz uns der habest unser vater alsus hat verirret, 
nü gät er uns doch harte väterlichen vor: 
wir volgen ime und körnen niemer fuoz üz sinem spor. 
15 nü merke, weit, waz mir dar ane missevalle. 
gitset er, si gitsent mit im alle: 
liuget er, si liegent alle mit im sine lüge: 
und triuget er, si triegent mit im sine trüge, 
nü merkent wer mir daz verkeren miige: 
20sus wirt der junge Judas, mit dem alten dort, ze schalle. 
Der stuol ze Rome ist allererst berihtet relite, 
als hie vor bi einem zoubersere Gerbrehte. 
der selbe gap ze valle w r an sin eines leben: 
so wil sich dirre und al die kristenheit ze valle geben. 
25 alle zungen suln ze gote schrien wafen, 
und rüefen ime, wie lange er welle slafen. 
si widerwürkent siniu werc und felschent siniu wort, 
sin kamereere stilt im sinen himelhort, 
sin süener mordet hie und roubet dort, 
30 sin hirte ist zeinem wolve im worden under sinen schüfen. 
Diu kristenheit gelepte nie so gar nach wane. 
die si da leren solten, die sint guoter sinne ane. 
es wser ze vil, und tset ein tumber leie daz. 
si siindent ane vorlite: dar iirnh ist in got gehaz. 
35 si wisent uns zem liimel, und varent si zer helle, 
si sprechent, swer ir Worten volgen welle, 
und niht ir werken, der si ane zwivel dort genesen. 
Waith, v. d, Vogel weide, 3 
2. Ui*aL. b,i 
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