Full text: Die Gedichte Walthers von der Vogelweide

© Hessisches Staatsarchiv Marburg, Best. 340 Grimm Nr. L 267 
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Des fürsten milte üz Österriche 
fröit dem siiezen regen geliche 
beidiu liute unt ouch daz lant. 
erst ein schoene wol gezieret heide, 
5 dar abe man bluomen brichet wunder, 
und braeche mir ein blat dar under 
sin vil milte richiu liant, 
so möhte ich loben die süezen ougenweide. 
hie bi si er an mich gemant. 
io Owe dir, Welt, wie übel du stest! 
waz dinge du alz an begest, 
diu von dir sint ze lidenne ungeneeme! 
Dü bist vil nach gar ane scharn. 
got weiz wol, ich bin dir gram: 
15 din art ist elliu worden widerzeeme. 
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Waz eren hast uns her behalten? 
nieman siht dich fröiden walten, 
als man ir doch wilent pflac. 
we dir, wes habent diu inilten herze engolten ? 
20 für diu lopt man die argen riehen. 
Welt, du stest so lästerlichen, 
daz ichz niht betiuten mac. 
triuwe und warheit sint vil gar bescholten: 
daz ist ouch aller eren slac. 
25 Nü wachet! uns get zuo der tac, 
gein dem wol angest haben mac 
ein ieglich kristen, juden unde beiden. 
Wir han der Zeichen vil gesehen, 
dar an wir sine kunft wol spehen, 
30 als uns diu schrift mit warheit hat bescheiden. 
Diu sunne hat ir schin verkeret, 
untriuwe ir samen üz gereret 
allenthalben zuo den wegen: 
der vater bi dem kinde untriuwe vindet, 
35 der bruoder sinem bruoder liuget: 
geistlich leben in kappen triuget, 
die uns ze liiinel solten Stegen: 
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