Full text: Die Gedichte Walthers von der Vogelweide

sches Staatsarchiv Marburg, Best. 340 Grimm 
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Ich saz uf eime steine, 
5 und dahte bein mit beine: 
dar uf sazt ich den ellenbogen: 
ich liete in mine liant gesmogen 
daz Kinne und ein min wange. 
do dahte ich mir vil ange, 
io wie man zer weite solte leben: 
deheinen rat kond ich gegeben, 
wie man driu dinc erwürbe, 
der keines niht verdürbe, 
diu zwei sint ere und varnde guot, 
15 daz dicke ein ander schaden tuot: 
daz dritte ist gotes hulde, 
der zweier übergulde. 
die wolte ich gerne in einen schrin. 
ja leider desn mac niht gesin, 
20 daz guot und weltlich ere 
und gotes hulde mere 
zesamene in ein herze körnen, 
stig unde wege sint in benomen: 
l fy- untriuwe ist in der saze, 
25 gewalt vert üf der straze: 
fride unde reht sint sere wunt. 
diu driu enhabent geleites niht, diu zwei enwerden e gesunt. 
Ich horte ein wazzer diezen 
und sach die visclie fliezen, 
30 ich sach swaz in der weite was, 
velt walt loup ror unde gras, 
swaz kriuchet unde fliuget 
und bein zer erde biuget, 
daz sach ich, unde sage iu daz: 
35 der keinez lebet ane haz. 
daz wilt und daz gewönne
	        

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