Full text: Die Gedichte Walthers von der Vogelweide

essisches Staatsarchiv Marburg, Best. 340 Grimm Nr. L 267 
III, s. 84, 20 —28. 
201 
kaiser kamen und könig Heinrich um des dänischen Waldemars willen 
nach Sachsen ging. 
Siusä wie wiinnecliche der uz Osterriche vert! 
sit er sich dur des obersten kiineges ere 
libes wibes gnotes und dar zuo der kinde hat bewegen, 
daz er da her behalten hat, wie schone er daz nu zert! 
mich wundert, swenne der künec gein Sahsen kere 
und er gein Alters, wederr da baz verdienen miige der Seelden segen. 
daz ist ein sseliclichiu vart, 
die got mit hundert tiisent Ionen giltet. 
swelch man sin guot dar uf erspart, 
der dunket mich ein gouch swern drumbe schiltet. 
het ich getriuwet sollier dinge an den von Osterlant, 
destwar im waer min schelten liiute und ieiner unbekant. 
dem kruder Wernher gehört dieser Spruch wohl gewifs zu, obgleich 
er unter seinen tönen vereinzelt steht (MS. 2,164&): denn der ein 
zige gleich gekaute, den ich kenne, ist den liekesliedern eines andern 
Wernhers angehängt, des von Teufen, MS. 1, 45 a sein ältestes be 
stimmbares lied ist es aber nichts sondern eins von 1220, in dem kö 
nig Heinrich kiineges kint genannt wird, 38 J, nicht keisers kint wie 
in einem späteren MS. 2, 163 a . das jüngste ist von 1248, 12 J (Do- 
cens miscell. 1, s. 99 f.), wo für zwenzic offenbar zwei zu lesen ist. 
herr von der Hagen läfst ihn in absätzen fünfzig jahr singen. 
21. wan das er ein C. 
22 = 36 C. gesang draben ist mir sonst nicht vorgekommen, 
und mittelswanc setzt ivohl ein anderes bild voraus: auch wird der 
gedanke ein präteritum verlangen, vielleicht ich traf da her vil rehte 
drler slalite sanc. 24. ich lese daz mir die rederichen ie geliche 
sagten danc. 25. der sinn scheint zu fordern die drie ir eime oder 
wem könd ich der drier einen, denn im folgenden ist offenbar wie 
der der hohe niedre und mittelsang gemeint, nicht aber leute von 
hohem niederm und mittelstand. 28. erzbischof Engelbrecht von 
Köln ist der getreue rat (d. i. ralhgeber, vergl. Reinhard 1528 = J. -MA- 
Grimms Sendschreiben s. 43) oder ivie es nachher (85, 6) heifst pfie- 
ger könig Heinrichs, der, längst für Sicilien gekrönt (s. Pertz. leges 
2, p. 229,4), im aprill 1220 zu Frankfurt gewählt, nach des vaters 
abreisc (sept.) und kaiserkrönung (22. nov. 1220) von ihm die kö- 
nigsweihe zu Achen am 8. mai 1222 empfing. diese beiden Strophen 
sind also frühestens von 1221 oder 22. dafs die folgende s. 85,9 
zwischen Martini 1225 und Martini 1226 gedichtet ist, haben Köpke 
und Uhland schon ausgeführt, hat Walther vielleicht alle zu Würz 
burg gesungen? s. zu s. 124,7. freilich ist unter den vier Würzbur-
	        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.