Full text: Die Gedichte Walthers von der Vogelweide

© Hessisches Staatsarchiv Marburg, Best. 340 Grimm Nr. L 267 
I, s. 34, II. 
40 und dar zuo ouch die brediger 
suln sprechen mit grözer huot. 
swenne ein herre ilit sprichet oder tuot, 
er ensol niht sö harte gahen, 
er merke e wie manz müge vervahen. 
45 der brediger sol gerinclichen 
sprechen und bediuteclichen, 
daz man sin rede niht müge verkeren 
(der übel geist pfligt des ze leren), 
und daz man in müge vernemen. 
50 dem tihter mac ouch niht gezemen, 
wil er sin ein liigener: 
wan beide er und der brediger 
suln bestaeten die warheit. 
ein man mac der kristenheit 
55 mit eim wort me ze schaden kumen 
dan er ir hin vür müge gefrumen. 
Ich waene daz sin gesanc, 
ez si kurz oder lanc, 
müge got niht sö wol gevallen 
00 sö im daz ein muoz missevallen. 
wand er hat tusent man betoeret, 
daz si liänt überhoeret 
gotes und des babstes gebot, 
uns kument boten unde bot 
. 05 beidiu von himel und von der helle: 
swar man nü varen welle, 
da enpfahet man uns wol 
dar nach, als man tuon sol. 
nu sage mir, lieber vriunt min, 
70 getruwest du mit al dem din 
bi allem dinem leben 
sö vil almuoses geben, 
sö du hast verirt in kurzer zit 
in der werlte vil wit? 
75 kanst du dich nach miner rede verstan, 
du muost sin gröze schäme han. 
zeware ez ist mir leit umb in: 
/ 
er hat erzeigt zuht unde sin 
an maneger siner rede guot; 
80 da von ez mir noch wirser tuot. 
wan missesprichet ein man 
Waith, v, d, Vogelweide. , 
Wm wm& 
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