Full text: Die Gedichte Walthers von der Vogelweide

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Hessisches Staatsarchiv Marburg, Best. 340 Grimm Nr. L 267 
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IV - 
swie vil er mich denne baete, 
al die wile so enhulfe ez niht. 
ieze han ich den gedanc: 
waz hilfet daz? der muot ist käme eines tages lanc. 
5 Wil er mich vermiden mere, 
so versuochet er mich alze vil. 
ouwe des fürht ich vil sere, 
daz ich muoz verjelien swes er wil. 
gerne het icliz nü getan, 
io wan deicliz im muoz versagen und wibes ere sol begän. 
In getar vor tüsent sorgen, 
die mich twingent in dem herzen mtn 
beide den abent und den morgen, 
leider niht getuon des willen sin. 
15 daz icliz iemer einen tac 
sol fristen, dest ein klage diu mir ie bi dem herzen lac. 
Sit daz im die besten jähen 
daz er also schone künne leben, 
so han ich oucli im vil nähen 
20 in mime herzen eine stat gegeben, 
dä noch nieraan in getrat. 
si hänt daz spil verlorn, er eine tuot in allen mat.’ 
Der rife tet den kleinen vogelen we, 
daz si niht ensungen. 
25 nü hört ichs aber wünneclich als e, 
nu ist diu beide entsprungen. 
dä sach ich bluomen striten wider den grüenen kle, 
weder ir lenger wsere. 
miner frowen seit ich disiu maere. 
30 Uns hat der winter kalt und ander not 
vil getän ze leide. 
ich wände daz ich iemer bluomen rot 
gessehe an grüener beide. 
joch schät ez guoten Hüten, waere ich tot, 
35 die näch fröiden rungen 
und die gerne tanzten unde Sprüngen. 
Versümde ich disen wünneclichen tac, 
so waer ich verwäzen,
	        

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