Objekt: Die Gedichte Walthers von der Vogelweide

- Hl - 
wünnecliche er altet, 
im enwirret niht ein halber tac. 
der ist fro, swenn er ze tanze gät, 
swes herze uf ere stat. 
s we im, des sin geselle unere hat! 
Wan sol iemer fragen 
von dem man, wiez umb sin herze ste. 
swen des wil betragen, 
der enruochet wie diu zit zeige. 
10 maneger schinet vor den frömden guot, 
und hat doch valschen muot. 
wol im ze hove, der heime relite tuot! 
Swä guoter liande würzen sint 
in einem grüenen garten 
15 bekliben, die sol ein wiser man 
niht läzen unbehuot. 
er sol in spilen vor als ein kint 
mit ougenweide zarten, 
da lit gelüst des herzen an, 
20 und git ouch hohen muot. 
si boese unkrut dar under, 
daz breche er uz besunder 
(lat erz, daz ist ein wunder), 
und merke ob sich ein dorn 
25 mit kündekeit dar breite, 
daz er den fürder leite 
von siner arebeite: 
sist anders gar verlorn. 
Uns irret einer liande diet: , 
30 der uns die fürder taete, 
so möhte ein wol gezogener man 
ze hove haben die stat. 
die lazent sin ze Spruche niet: 
ir drüzzel derst so draete, 
35 kund er swaz ieman guotes kan, 
daz hülfe niht ein blat. 
ich und ein ander tore 
wir doenen in sin ore, 
103 
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