Full text: Die Gedichte Walthers von der Vogelweide

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III 
Diu rainne lat sich nennen da 
dar si doch niemer komen wil: 
si ist den toren in dem munde zain, 
und in dem herzen wilde. 
5 Ihietet iuwer, guoten wip* 
vor kinden bergent iuwer ja: 
so enwirt ez niht ein kindes spil. 
minn unde kintlieit sint ein ander gram, 
vii dicke in schoenem bilde 
io siht man leider valschen lip. 
ir sult e spehen, war umbe, wie, wenn unde wa relit, unde weine, 
ir iuwer minneclichez ja so teilet mite daz ez iu zerne. 
sich, minne, sich, swer also spehe, der si din kint, 
so wip so man: die andern du vertrip. 
/ 
15 Ich was durch wunder üz gevarn 
do vant ich wunderlichiu dinc. 
ich vant die stüele leider leere stan, 
da wisheit adel und alter 
gwaltecllche säzen e. 
20 hilf, frowe maget, hilf, megde harn, 
den drin noch wider in den rinc, 
la si niht lange ir sedeles irre gän. 
ir kumber manicvalter 
der tuot mir von herzen we. 
25 ez hat der tumbe riclie nü ir drier stuol, ir drier gruoz. 
owe daz man dem einen an ir drier stat nii nigen muoz! 
des hinket relit und truret zullt und siechet schäme, 
diz ist min klage: noch klagte ich gerne me. 
Mirst diu ere uumaere, 
30 da von ich ze jare wurde unwert, 
und ich klagende wsere 
e we mir armen hiure! diz was vert.’ 
also han ich mangen kranz verhorn > 
und bluomen vil verkorn. 
35 jo braeche ich rosen wunder, wan der dorn. 
Swer sich so behaltet , 
daz im nieman niht gesprechen mac,
	        

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