Full text: Die Gedichte Walthers von der Vogelweide

III 
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mir was vil innecliche leit daz du daz ie so selten taete. 
bedenke dich: din leben ist guot: 
so du mir relite widersagest, 
so wirst du niemer wol geinuot.’ 
jjvMCwi . H**fk SreH&fc. i(Z. 
5 Fro Welt, ich han ze vil gesogen: 
ich wil entwonen, des ist zit. 
din zart hat mich vil nach betrogen, 
wand er vil süezer fröiden git. 
do ich dich gesach reht under ougen, 
10 do was din schowen w underlich . . . . al sunder lougen: 
doch was der schänden alse vil, 
do ich din liinden wart gewar, 
daz ich dich iemer schelten wil. 
e Sit ich dich nilit erwenden mac, 
15 so tuo doch ein dinc des ich ger: 
gedenke an manegen liebten tac, 
und sich doch underwilent her 
niuwan so dich der zit betrage.’ 
daz taet ich wunderlichen gerne, wan deich fürhte dine läge, 
20 vor der sich nieman kan bewarn. 
got gebe dir, frowe, guote naht: 
ich wil ze herberge varn. 
Selbwahsen kint, du bist ze krurnp: 
sit nieman dich gerillten mac 
* 25 (du bist dem besmen leider alze groz, 
den swerten alze kleine), 
nu slaf unde habe gemach, 
ich han mich selben des ze tump, 
daz ich dich ie so hohe wac. 
30 ich bare din ungefüege in friundes schoz, 
min leit bant ich ze beine, ~' ,7 ‘ 
minen rugge ich nach dir brach. 
nu si din schuole meisterlos an miner stat: in kan dir niht. 
kan ez ein ander, deis mir liep, swaz liebes dir da von geschiht. 
35 doch weiz ich wol, swä sin gewalt ein ende hat, 
da stet sin kunst nach Sünden ane dach.
	        

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