Full text: Die Gedichte Walthers von der Vogelweide

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III 
ich wil daz daz ir beider lip 
getiuret und in hoher wirde si. 
vil saelic sin ir jar und al ir zit. 
er ist ouch saelic sunder strlt, 
5 der nimt ir tugende relite war, 
so daz ez in sin herze get. 
ein saelic wip, diu sich verstet, 
diu sende ouch guoten willen dar. 
Sich waenet maneger wol hegen 
10 so daz er guoten wiben niht enlebe: 
der tore kan sich niht versten 
waz ez fröide und ganzer wirde gebe, 
dem lilit gemuoten dem ist iemer wol 
mit lihten dingen, als ez sol: 
15 swer wirde und fröide erwerben wil, 
der diene guotes wibes gruoz. 
swen si mit willen grüezen muoz, 
der hat mit fröiden wirde vil. 
Ja herre, wes gedenket der 
20 dem ungedienet ie vil wol gelanc? 
ez si ein sie, ez si ein er, 
swer also minnen kan, der habe undanc, 
und da bl guoten dienest übersiht. 
ein saelic wip diu tuot des niht: 
25 diu merket guotes mannes site: 
da scheidet si die boesen von. 
so ist ein tumbiu so gewon 
daz ir ein tumber volget mite. 
Staet ist ein angest und ein not: 
30 in weiz niht ob si ere si: 
si git michel ungemach. 
slt daz diu liebe mir gebot 
daz ich staete wtere bi, 
waz mir leides sit geschach! 
35 lat mich ledic, liebe min fro Staete. 
wan ob ich sis iemer baete, 
so ist si staeter vil dann ich. 
ich muoz von miner staete sin verlorn, 
diu liebe en underwinde ir sich. 
ninii nürnr
	        

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