Full text: Die Gedichte Walthers von der Vogelweide

© Hessisches Staatsarchiv Marburg, Best. 340 Grimm Nr. L 267 
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KAU ul 
86 
- III - 
U.lf- 
möhte ichs wider iuch geniezen, 
so wser icli den besten gerne bi. 
wizzet daz ir sclioene sit: 
hat ir, als ich mich verwsene, 
5 giiete bi der wolgetsene, 
waz danne an iu einer eren lit! 
'Ich wil iu ze redenne gunnen 
(sprechent swaz ir weit), obe ich niht tobe, 
daz hat ir mir an gewannen 
io mit dem iuwern minneclichen lobe, 
ichn weiz obe ich schoene bin, 
•gerne hete ich wibes güete. 
lert mich wie ich mich behüete: 
schoener lip entouc niht äne sin/ 
15 Frowe, daz wil ich iuch leren, 
wie ein wip der werlte leben sol. 
guote liute sult ir eren, 
minneclich an sehen und griiezen wol: 
eime sult ir iuwern lip 
20 geben für eigen, nement den sinen. 
frowe, woltent ir den minen, 
den gseb ich umb ein so schoene wip. 
'Beide schowen unde grüezen, 
swaz ich mich dar an versümet han, 
25 daz wil ich vil # gerne büezen. 
ir liant hovelich an mir getan: 
tuont durch minen willen me, 
sit niht wan min redegeselle, 
in weiz nieman dem ich welle 
30 nemen den lip: ez tsete im lihte we.’ 
Frowe, länt michz also wagen: 
ich bin dicke komen üz grozer not: 
unde lants iuch niht betragen: 
stirbe ab ich, so bin ich sanfte tot. 
35 'Jierre, ich wil noch langer leben, 
lihte ist iu der lip unmsere: 
waz bedorfte ich solher swsere, 
solt ich minen lip umb iuwern geben?’
	        

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