Full text: Die Gedichte Walthers von der Vogelweide

III 
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Von Kölne werder bischof, sint von schulden frö. 
ir Iiant dem riche wol gedienet, und also 
daz iuwer lop da enzwisclien stiget unde sweibet ho. 
si iuwer werdekeit dekeinen boesen zagen swaere, 
5 fürsten meister, daz sl iu als ein unnütze drö. 
getriuwer küneges pflegaere, ir sit hoher maere, 
keisers eren trost baz danne ie kanzelaere, 
drier kiinege und einlif tüsent megde kameraere. 
Swes leben ich lobe, des tot den wil ich iemer klagen. 
10 so we im der den werden fürsten habe erslagen 
von Kölne! owe des daz in diu erde mac getragen! 
ine kan im nach siner schulde keine marter vinden: 
im waere alze senfte ein eichin wit umb sinen kragen, 
in wil sin ouch niht brennen noch zerfiel en noch schinden 
15 noch mit dem rade zerbrechen noch ouch dar uf binden: 
ich warte allez ob diu helle in lebende welle slinden. 
Swer an des edeln lantgräven rate si, 
dur sine hübscheit, er si dienstman oder fri, 
der mane in umb min leren so daz ich in spür da bi. 
20 min junger herre ist milt erkant, man seit mir er si staete, 
dar zuo wol gezogen: daz sint gelobter tugende dri: 
ob er die vierden tugent willeclichen taete, 
so gienge er ebne und daz er selten missetreete; 
waer unsumic. süinunge schat dem snit und schat der saete. 
25 Ich sach hie vor eteswenne den tac, 
daz unser lop was gemein allen zungen. 
swa uns dehein lant iender nahe lac, 
daz gerte suone oder ez was betwungen. 
richer got, wie wir nach eren do rungen! 
# 30 dö rieten die alten, und taten die jungen, 
nu krumb die rihter sint, — 
(diz bispel ist ze merkenne blint) 
swaz. nü da von geschehe, meister, daz vint. 
1 rowe’n lat iuch niht verdriezen 
35 miner rede, ob si gefüege si.
	        

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