Full text: Die Gedichte Walthers von der Vogelweide

- III - 
Deswar, Reimar, du riuwes mich 
michels harter danne ich dich, 
ob du lebtes und ich wser erstorben, 
ich wilz bi minen triuwen sagen, 
5 dich selben wolt ich lützel klagen: 
ich klage din edelen kunst, daz sist verdorben, 
du kündest al der werlte fröide raeren, 
so duz ze guoten dingen woltes keren. 
mich riuwet din wol redender munt und din vil süezer sanc, 
10 daz die verdorben sint bi minen ziten. 
daz du niht eine wile mohtest biten! 
so leiste ich dir geselleschaft: min singen ist niht lanc. 
din sele miieze wol gevarn, und habe din zunge danc. 
Swa der hohe nider gat 
15 und oucli der nider an hohen rat 
gezucket wirt, da ist der hof verirret, 
wie sol ein unbescheiden man 
bescheiden des er niht enkan? 
sol er mir büezen des mir niht enwirret? 
20 wes stent die hohen vor den kemenaten? 
so suln die nidern umb daz riche raten, 
swä den gebrichet an der kunst, seht, da tuont si niht me 
wan daz siz umbe werfent an ein triegen: 
daz lerent si die fürsten, unde liegen. 
25 die selben brechent uns diu relit und stcerent unser e. 
nü sehent wie diu kröne lige und wie diu kirche ste. 
Ich muoz verdienen swachen haz: 
ich wil die herren leren daz, 
wies iegeslichen rat wol mögen erkennen. 
30 der guoten rsete der sint dri: 
dri ander boese stent da bt 
zer linggen hant. lät iu die sehse nennen. 
!*,&. frum unde gotes hulde und weltlich ere, jJ,^- 
lv,2f. ° 
daz sint die guoten: wol im der si lere! 
35 den inöht ein keiser nemen wol an slnen hohsten rat. 
die andern lieizent schade sünde und schände, 
da erkennes bi der sie e niht erkande. 
wan lioeret an der rede wol wiez umb daz herze stat. 
daz anegenge ist selten guot, daz boesez ende hat. 
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