Full text: Die Gedichte Walthers von der Vogelweide

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© Hessisches Staatsarchiv Marburg, Best. 340 Grimm Nr. L 267 
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Mir ist von ir geschehen, 
daz ich disen suiner allen meiden muoz 
vast under dougen sehen: 
lihte wirt mir miniu: so ist mir sorgen huoz. 
5 waz obe si get an disem tanze? 
frowe, dur iuwer güete 
rücket uf die liiiete. 
owe gessehe ichs under kränze! 
c [Frowe,] ir sit so wol getan, 
io daz ich iu min schapel gerne geben wil, 
so ichz aller beste han. 
wizer unde roter bluomen weiz ich vil: 
die stent so verre in jener beide, 
da si schone entspringent 
15 und die vögele singent, 
da suln wir si brechen beide.’ 
Mich dühte daz mir nie 
lieber wurde, danne mir ze muote was. 
die bluomen vielen ie 
20 von dem boume bi uns nider an daz gras, 
seht, do muost ich von fröiden lachen, 
do ich so wünnecliche 
was in troume riche, 
do taget ez und muos ich wachen. 
25 Diu weit was gelf, rot unde bla, 
grüen in dem walde und anderswa: 
die kleinen vögele sungen da. 
nu schriet aber diu nebelkra. 
pfligt si iht ander varwe? ja: 
30 sist w orden bleich und übergra. 
des rimpfet sich vil manic bra. 
Ich saz üf eime grüenen le: 
da ensprungen bluomen unde kle 
zwischen mir und eime se. 
35 der ougenweide ist da nilit me. 
da wir schapel brachen e, 
da lit nu rife und oucli der sne. 
daz tuot den vogellinen we. 
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