Full text: Berthold, des Franciskaners deutsche Predigten, aus der zweiten Haelfte des dreizehnten Jahrhunderts

künde habet. „Wie, bruder berkholt! du wilt uns den 
weg gar enge machen. Sollen wir nü nihtsnit zu ampte 
Han, weder niergcn varn, noch ander ding tun, weder 
tantzeu »och spieln? Sec wie süln wir banne tun, daz 
wir den tag vcrtriben." Seht, da solt ir in vertriben, 
als got da selbe gesprochen hat, und uns allen geboten 
hat, daz man den rüwetag heiligen sol. Mit nihtc an 
ders sol man den rüwetag vertriben, wanne mit heiligen 
werken, zür kirchen gen, und got da fiißcclichen da an 
rüffc», und »wer gebet gar andchteclich da sprechen, und 
mit schonen zühten da sten. Wanne üwcr ist ein michel 
teil, und halt ir gcülüte allesanipt, wanne der gar we 
nig ist, daz ir durch alle die Wochen niemer zu kirchen 
kümen möget. Da von ist uch gar not, daz irs an dem 
vigcrtage erfüllet, daz ir durch die woche versümet. Als 
man dann gvtcs dienst begangen hat, so sült ir Heyn gen 
cßcn, und nach dem ezzcn rüwcn mit slaffe, oder an 
ders mit guten zühten. Wanne ir alle die Wochen ge 
wirtet und gearbeitet habet, so ist sin gar not, daz ir 
rüwet und rüwe habcnt. Als ir banne gerüwet, so sült 
ir banne aber zu kirchen gen, oder daheymen uwer gebet 
gctruwelich sprechen, oder uf den> vclde, oder an welher 
stat du got anruefest mit rüwigem hertzen, die stat ist 
heilig. Also sült ir den vigertag vertriben mit gebet, mit 
almuscn geben, mit kirchverten, mit venien, zü predigen 
gen, und swo ir die predige gestichen möget, und swo 
ir aplaz und ander gnade vindet; und sült zu den sie- 
chcn gen, die unkreftig ligent, und sült die laben, ob ez 
5
	        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.