Full text: Berthold, des Franciskaners deutsche Predigten, aus der zweiten Haelfte des dreizehnten Jahrhunderts

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da; got als gut und als barmhertzik ist, so ist ein groz 
wunder, daz dich die erde nit verbindet an der selben 
stat, da du got schiltcst und sine liebe müter. Schiltest 
du in dar umb, daz du ie mittünt heubtsünde tust, daz 
du spielest? Du gewinnest oder verliesest, so tust du 
heubtsunde mit spiele, ob du got halt niemer geschiltest. 
Du hast dich selber verflucht und gescholten, daz din 
niemer rat Wirt. Ja hat halt ein laut unselde von di- 
ncn schulden, als ich ietzunt sprach, daz der engel hün- 
dert tuscnt und ahtzig tusent menschen zu tobe slüg 
in einer naht nüwen durch eins menschen willen, der 
got schalt. Und dar umb, ir biverben lüte, durch den 
alnichtigen got, swo ir do bi sit, daz einer got schiltet 
oder sin heilige müter min frauwen sant Marien, so ver 
traget sin niht; ir sült cz geistlichem gcrihte und werlt- 
lichem künden; die süln sie beide büßigen; geistliche rihter 
sollen sie Villen und schern der kirchen gewalt, und 
sman^solim oste büße geben dar nach; wann die schüloe 
ist vor der kirchen menie. Und der werltliche richter sol 
im hüte und har abe heißen slahen, gebunden an cinre 
süle, oder mit Pfennigen büßen. Wie getarst du den 
tag niemer 6) me geleben, daz du got schelten getarst? 
Ja solt du dinem ebencristen niemer geschclten noch ge- 
fluchen. Man liefet in dem heiligen ewangelio: wer zu 
dem andern also sprichet in rehtcm ernster du affel der 
ist dcz schüldig, daz er iemer brennen müz. Büße nim 
€) vielleicht: „iemer"
	        

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