Full text: Berthold, des Franciskaners deutsche Predigten, aus der zweiten Haelfte des dreizehnten Jahrhunderts

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mit dem taufe und krisemen; und so wir durch die werlt 
varn, so sollen sie uns behüten und beschirmen vor Un 
glauben und vor cbrechen und vor unrehtcm gerihte.' 
Wanne sivenne die werltlich fürsten und ander werltlich 
rihter niht rehte rihten wollen, noch rchtc gerihte wol 
len haben, so betwüngen sie wol die geistlichen fürsten 
mit rehte, daz sie reht gerihte müsten haben. Und sie stiln 
auch selber rehte rihten, als verre als ez sie an get. Wanne 
daz hat in got geboten, daz sie im sinen edeln schätz be 
hüten und bcwarn süln, den er do turc hat erkaufet mit 
sinem grimmen tobe und mit siner martel, daz ist des 
eristen menschen sele, den hat uch got gar hoch bevolhen» 
Und dar umbe ir Herschaft, als liep uch daz 7) himel- 
rich si, alle die der sele pflegen süln, die süln ir also 
pflegen, alse sie uch got bevolhen hat, und er uch dar 
zu gcvrdent hat. Wanne davon spricht er zu iheremia: 
ich Han dich zu rihter gesetzt über alle min biet. Und swo 
ir dez niht dut, so sint ir dem almehtigen got aptrünig 
worden, und sint gefallen uz der gemeinde der heiligen 
cristenheit; die wieset er zu den aptrünigen engeln; die 8) 
glichet sich dent wuncclichen hinielriche. Büße nemen 
wir alle zyt uz. Wanne alle, die got aptrünig werden 
in sinem nydern himelrich, daz ist in der heiligen cri 
stenheit, die wirft er in den grünt der Hellen zu dem 
7) „als liep" und „daz" von einer spätern Hand eingesetzt. 
8) bezieht sich auf „cristenheit"; die Stellung der Sätze unbe 
quem. 
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