Full text: Berthold, des Franciskaners deutsche Predigten, aus der zweiten Haelfte des dreizehnten Jahrhunderts

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der hat werlichen grozer leit, banne ein mütcr umb ir 
einiges kint. Und sie aber noch uf der erden sink, da; ist 
in der werkte, so müßent sie got dicke Verliesen, und val- 
lent oste, so sic wenent gesten. Im geschiht, sam den 
tüten, die uf der erden gent, wanne ez faste hat gere- 
gcnt; und so sie guten willen hant zu stende wol vaste, 
so entsliffet in der füz, und vallent, und küment doch 
wider uff. — Die dritcn lüte, die heizzent oh irdenischen 
tüten oder swcbende lüte. Daz sint geistliche lüte; die 
sint zwischen got und dem ertriche. Und von den vcrt 
auch unser herre; allein sie nit heubtsünde tün, so tri- 
bcnt sie doch got dicke von in und machent einen nebet 
und ein vinsterniffe zwischen in und got mit ablezigen 
fünden nach der alten gewvnheit, mit Worten und mit 
gedanken nach den dingen, und er begangen hat. Do 
mit triben sie got von in, da; er sich vor in birgct, allein 
sie in uit verliesent. Und swenne die selben lute got do 
mit verliesent, so gewinnent sie grozen rüwen, und Wirt 
in leider nach got, banne dcz *) ersten den redelichen 
tüten. Daz ist von der lindekeit dez geistlichen lebens, 
daz sie got baz erkennent, banne die ersten. Und davon 
haut sic grozer leit, wanne sie got verliesent, und hant 
doch minre schult. — Die virden lute heißent göttlich 
lüte oder anhaftende lute. Von den vert got an' ir 
schult. — Und die habent die aller grasten leit, sivanne 
got von in vcrt und von in kümpt. Daz sint die, die 
-) b. „den".
	        

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