Full text: Berthold, des Franciskaners deutsche Predigten, aus der zweiten Haelfte des dreizehnten Jahrhunderts

es Staatsarchiv Marburg, Best. 340 G 
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und Männer austreiben mag, ein Gespülte ist, und in 
Wollust des Mundes und des Fleisches sich umgetrieben, 
womit nicht zu vergleichen ist alles Wohlleben der Fraße 
und der Nascher. Aber er fand keine Ruhe darin. Es 
war eine Thorheit, daß er sich so großen Schaden zu 
fügte zu unserm Nutzen. Gott gebe, daß er'ö gebüßt 
habe! sonst muß er immer in der Hölle sein. So findet 
keiner Ruhe dabei. Sollte der „Gitige" bret Tage lang 
nur Pfennige zahlen, er möchte viel lieber eßen und schla 
uem Und immer macht ihm sein Gut Sorgen, wie er es 
erhalte und mehre. So möchte der Hoffärtige um kei 
nen Preis eine Woche lang tanzen oder tornieren; oder 
der Unkeusche einen Tag lang seine Sünde treiben. — 
Die heidnischen Meister wollen viel davon wißen, wie 
viel Meilen gehen bis zum Sternenhimmel, und von ei 
nem Stern zum andern, und bis zum dritten und vier 
ten Himmel, Das ist lauter Wahn, sie wißen nichts 
davon. Ich will's euch genau nach der Wahrheit sagen. 
Es sind drei Tagereisen zum Himmel. Wer die nicht 
recht kennt, und fährt auf einem der zwei Wege, kommt 
nicht zum Himmelreich. Das sind Glaube, Hoffnung, 
Liebe (vergl. d. i?te (ute) Pr.). Die erste führt zum 
Sternenhimmel, die zweite zum Krystallhimmel, die dritte 
zum „celum empsreum". — Laßt euch daran nicht 
irre machen durch Zweifel und unrechte Liebe rc. —
	        

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