Full text: Berthold, des Franciskaners deutsche Predigten, aus der zweiten Haelfte des dreizehnten Jahrhunderts

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Die vierten sind die Ketzer. #) — Die sechsten sind die 
Prälaten in Klöstern, geistliche und weltliche Richter, kurz 
alle die der Leute pstegen sollen, Hauswirthe, Pfarrer rc., 
und durch schlechte Meisterschaft viele zur Hölle bringen 
(vergl. p, 8 i5). — Die siebenten sind die „Giti- 
gen". — Die verdammen mit sich alle, die das unrechte 
Gut erben. Hätte der erste Kaiser Julius acht Pfennige 
unrechtes Gut gehabt, und seinem Nachfolger Arms hin 
terlassen und so bis auf den letzten Kaiser, sie waren alle 
verloren, wenn sie darum wußten. Das kannst du nicht 
büßen mit einer Fahrt über's Meer. Man gibt dir iezt 
das Kreuz von dem Papst, übers Meer zu fahren für 
zehn Seelen. Aber wenn du auch hinüberfährst mit diesem 
Kreuz und mit dem, woran St. Peter nnd St. Andreas 
gemartert wurdeir, und das h. Grab wieder gewinnst, und 
die Heiden ferne und nahe bezwingst, und erschlagen wirst 
im Dienste Gottes, und wenn du dich dann legen ließest 
in das h. Grab, worin Gott selber lag, und auf dich 
legtest alle diese Kreuze und das dazu, woran Gott sel 
ber starb, und stände Gott zu deinem Haupte und St. 
Maria zu deinen Füßen, und alle Engel auf der einen, 
und alle Heiligen auf der andern Seite, und nähmest du 
den h. Gotteöleichnam in deinen Mund: die Teufel bre- 
*) Die fünften werden gar nicht aufgeführt. Bielleicht sind tl 
die, die wider den h. Geist sündigen, worüber B. auch sonst 
nicht wagt etwas Näheres anzugeben. 
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