Full text: Berthold, des Franciskaners deutsche Predigten, aus der zweiten Haelfte des dreizehnten Jahrhunderts

© Hessisches Staatsarchiv Marburg, Best. 340 Grimm Nr. L124 
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Teufel alle Tage viele tausend Seele» überantworten, 
je um einen Heller oder Pfennig, da sie doch Gott nicht 
so wenig kosteten. Sie krönen den Teufel auch mit Menge 
der Sünden. Sie müssen aller der Verführten Marter 
leiden zu der eigenen. „Weh dir, daß dich die Hunde 
nicht fraßen deiner Mutter an der Brust, daß du so 
sehr verfällst in Hauptsünde, die der allmächtige Gott 
mit seinem Tode erkauft hat. 2) die „Müllerin und Tri- 
beriime", die manche reine Seele aus der Huld Gottes 
verjagen, die sonst sich rein erhalten würde. Ihr Bür 
ger solltet sie aus der Stadt schlagen, ihr habt ja ehr 
bare Hausfrauen. — Die andern Jager sind unter Man 
nes Geschlecht; die thun der Christenheit den allergrößten 
Schaden. „Die sind neulich auferstanden. Denn da ich 
em kleines Kind^war^war nirgends einer derselben." Sie 
heißen Pfennigprediger, dem Teufel einer der liebsten 
Knechte. Denn der fährt aus unter die einfältigen Leute, 
und predigt und ruft, daß alles weint, was vor ihm ist. 
Und er sagt, er habe von dem Papste die Gewalt, daß 
er dir alle deine Sünde abnehme um einen Helbeling 
oder Heller. Und der lügt, daß er (man) damit ledig 
sei gegen Gott, und er krönt den Teufel alle Tage mit 
vielen tausend Seelen. Ihr sollt ihnen nichts geben; dann 
müssen sie abstehen von dem Betrug. Dieweil ihr ihnen 
gebt, verkauft ihr euch in den ewigen Tod. Uud sie er 
morden euch und weisen euch weg von der rechten Buße, 
die Gottgeheiligct hat, daß ihr nicht mehr büßen wollt.—
	        

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