Full text: Berthold, des Franciskaners deutsche Predigten, aus der zweiten Haelfte des dreizehnten Jahrhunderts

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mehr verhärtet wird, und in Gewohnheit der Sünden ver 
altet, also daß er nimmer zu wahrer Reue kommen mag. 
Der zweite heißt Elam „Ubertüre"; das bezeichnet Sün 
der, die so groß sind gegen andere, daß sie anstoßen, wie 
wenn man mit einer großen Last zur Thüre hereingebt 
und oben anstößt. Das sind Meineidige und Verzweif- 
ler; solche, die bei geweihte» Leuten liegen und sich be 
tasten laßen mit der Hand, woniit man der Jungfrau 
Sohn behandelt; Ehebrecher— der größten Sünden eine; 
denn Gott hat dir ein Gemahl verliehen, mit dem du 
Leib und Seele bewahren sollst, und du thust mit Sünde 
und Schande in einem Stalle, was du mit Ehren thun 
könntest in einem schönen Bette; du brichst auch der sie 
ben Sacramcnte eins, und bist treulos und meineidig —; 
solche, die im höchsten Banne sind svergl» 28te u. 33te 
Pr.); solche, die ihrer Jungfrau ihre Jungfrauschaft neh 
me!«. Es sind wohl acht Arten der Unkeuschheit, eine 
größer als die andere. Das ist die verfluchteste Sünde, 
die keinen Namen hat, der auch der Teufel keinen geben 
könnte; da ivo sie geschah, ist das Land dürre und öde 
(Sodom). Solcher Sünden schämt sich selbst der Teu 
fel. Manche thun solche Dinge, daß sie nichts Reines 
mehr ansaßen sollten. — Die dritten sind solche, die mit 
sich auch viele andere in Sünde und Vcrdammniß brin 
gen, Jager und Jagerinnen des Teufels. Die einen sind 
unter den Frauen ,i) die gemahlten und gefärbten, die 
schlechten Häute, die auf dem Graben gehen, die dem
	        

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