Full text: Berthold, des Franciskaners deutsche Predigten, aus der zweiten Haelfte des dreizehnten Jahrhunderts

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es verdient hat. Dasselbe thun, ist eine Vergeltung. 
Wenn wir Gott lieben und seinen Willen thun, so ist 
das gar billig, weil er es tausendfältig um uns verdient 
hat. Aber dem wohlthun, der es nie verdient hat, daS 
ist eine große Milde. Das that Gott, da er Menschen 
und Engel schuf zu den ewigen Freuden. Darum soll 
ten auch die Teufel Gott danken, wie die h. Engel; denn 
er war bereit, seine Gnaden auch ihnen zu geben. Aber 
dem wohlthun, der es böslich verwirkt hat, seinen Feind 
sich mit Liebe zum Freunde machen, das ist die höchste 
Güte; das ziemt Gott am allerbesten. Weil aber Gott 
dem Menschen so große Gnade erzeigt, darum ist der Teufel 
so hart worden gegen Gott, daß er nicht bei ihm sein 
wollte, und daß er nur begehrt, was Gott leid ist, und 
sich daran freut. So freut er sich an diesen drei Leu 
ten. Froh machen ihn alle, die in Hauptsündcn fallen» 
Da mahlt er gleich sein Zeichen an sie, und will Ehre 
davon haben, daß sic seinen Schild führen. Er hat sie 
immer in Pflege und Hut; denn er weiß, wenn sie so 
sterben, so sind sie auf ewig bei ihm. — Noch froher 
machen ihn die, die in die Gewohnheit der Sünden kom 
men. Wie Gott sich freut, so oft ein Mensch eine gute 
That thut, auch die geringste (ein pater noster rc.), so 
freut sich der Teufel jeglicher Sünde. — Am frohesten 
aber machen ihn die, die in tödtlichcn Sünden sterben. 
Vorher fürchtet er immer noch die Predigt und die Er- 
barmung Gottes und die milde Königin Maria. Sie 
fürchten sich, wenn der Sünder in die Kirche geht, daß
	        

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