Full text: Berthold, des Franciskaners deutsche Predigten, aus der zweiten Haelfte des dreizehnten Jahrhunderts

Sie machen es wie die Jäger, mit mancherlei Stricken 
(vergl. d. 29W Pr.). — Sie gehen aber besonders loö 
auf uns Christen; denn die andern gehören ihnen zum 
voraus. — Aber wer sich Nur vor vier Stricken gänz 
lich behütet, der geht nicht verloren. — Den ersten, der 
Unkeuschheit heißt, legen sic sonderlich jungen Leuten, die 
zu keiner andern Sünde so große Liebe haben, und ma 
chen sich so den Kampf mit ihnen leicht, und bringen sie 
immer tiefer in die Sünde hinein (Absalon). Die Teufel 
sind greulich anzusehen. Wie wir sterben würden vor 
Freude, wenn wir Gott sähen niit stcischlichen Augen, also 
vor Furcht, wenn wir die Teufel sähen. Eienge er izt 
dort her vor dem Walde, und wäre diese Stadt ein glü 
hender Ofen, alles würde sich in diesen drangen. Aber 
eine Art Teufel sieht greulicher aus als die andere; die 
aller unflätigsten aber sind die, die Unkeuschheit ra 
then, — Gott ist der Unkeuschheit so feind, daß die un 
ehlichen Kinder Bastarte müßen sein, „cloz und erbeloz". 
Sie können picht zu den Ehren kommen, wie die ehlichen, 
nicht Prälaten (prilaten) werden in einem Convente (ko- 
vente), nicht weltliche noch geistliche Richter, noch Pfar 
rer, „Von dez babsteS wegen und von sinem gemalte 
Han ich tut zu reden". — Die Unkeuschen verfolgt auch 
schlimnie Nachrede und böse Gebärde von Weib und Kind 
und Freunden, — Den zweiten Srrick fegen sie sonder 
lich den Frauen, Die find sowohl zum Himmelreich ge 
schaffen und bedürfen desselben, als die Männer; ja sie wür 
den eher dahin kommen, weil sie barmherzig sind und lie-
	        

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