Full text: Berthold, des Franciskaners deutsche Predigten, aus der zweiten Haelfte des dreizehnten Jahrhunderts

1 
26tc Pr. „Don dm vier stricken". (Text, wie zur Zoten.) 
Teufel sind Tausendkünstler (tusent-listeler) mit ih 
ren mancherlei Stricken. Die Welt ist voll derselben; sie 
fahren damit des Nachts zu Städten und Dörfern in 
großen Schaaren; denn da hoffen sie mehr zu schaffen, 
als des Tages. Sie legen sie vor,, Lichhuftr" durch über 
mäßiges Trinken und Spiel und Morden; sie machen, 
daß einer in der Trunkenheit seine Hausfrau so schlage, 
daß er an seinem ungebvrnen Kinde schuldig wird, oder 
daß die Frau ihr Kind erdrücke; oder daß ein Hauß an 
brenne, davon einige das Leben verlieren; oder daß eine 
Stadt verbrenne u. s. f. „Bruder Berthold, du sagst uns 
so viel von diesen Teufeln und ihren mancherlei Listen, 
und wir sehen und hören und greifen und empfinden doch 
keinen derselben". Das ist eben einer ihrer schädlichsten 
Stricke; denn dann würde keiner mehr eine Sünde bege- 
hen. Nun seht, wie stille sie schweigen, und sind ihrer 
doch manche tausend hier. Ihr Teufel ihr hört mich 
gar wohl predigen. Ihr nähmet alles in der Welt nicht 
darum, daß ihr nur einen von euch einem sehen ließet.—
	        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.