Full text: Berthold, des Franciskaners deutsche Predigten, aus der zweiten Haelfte des dreizehnten Jahrhunderts

dein drückt sie rine Handvoll nach der anderen ia die 
Furche. Ohne diesen Strick kamen viele der Armen 
zum Himmelreich. Denn Hoffart und Uebermaaß könn 
ten sie nicht fallen, weil sie das nicht leisten mdgen.—> 
Der zweite Strick, den die Teufel den jungen Leuten 
gelegt, heißt Unkeuschheit; der ist ihrer Natur gem.-ß 
(glich). Sie waren gar reines Herzens und guten Wil 
lens und gut anzuweisen zu Fasten Beten und anderen gurrn 
Dingen, und nach keiner Sünde steht ihnen die BeMrdst 
so sehr, alö nach der Unkeuschheit, und durch keine kom 
men sie so in die Gewalt deö Teufels, und werden nun 
von einer Sünde zur andern verleitet (vergl. d.l 3te Pr.). 
Davor könnt ihr euch behüten, so ihr Gott vor Augen 
habt, und seine reine keusche Mutter, und sie fleißig bit 
tet, daß sie euch beschirme in eurer Keuschheit durch die 
reine Keuschheit, womit sie der h, Geist beschattet hat. 
Da wird sie euch behüten, wie die h. Agathe und Ka 
tharina u. s. f. Dazu sollt ihr euch selbst bewahren vor 
üppige» Gedanken und Werken und schlechter Gesellschaft 
und Vertraulichkeit. Willst du aber die Gedanken fliegen 
lassen hin und her, und zum Tanz und zum „Heimgar- 
tan" gehen, und da viel „gerufen und gelächen und ge- 
weter blitzen und gezwwn mit den äugen", so kannst du 
leicht fallen in den Strick des Teufels. Demüthiget euch 
mit Gewände, mit Worten und Werken, und mit Geschäf 
tigkeit (unmüzze) in guten Dinge»; und Zwingt Gedanken 
und Sinn (müt). Es ist mit den Gedanken der Un 
keuschheit, wie wenn einer durch Krambuden geht, wo 
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