Full text: Berthold, des Franciskaners deutsche Predigten, aus der zweiten Haelfte des dreizehnten Jahrhunderts

© Hessisches Staatsarchiv Marburg, Best. 340 Grimm Nr. L124 
d) Darstellung der Sünden nach ihrem Verhältniß zu verschiedene» 
Altern und Lagen. 
Zote Pr. (Text wie zur Lgten) „Von vier stricken". — 
preisen die Märtyrer den Herren, daß sie nun 
frei sind von den Stricken der Teufel. Gerne sollten auch 
wir darum die Marter leiden. Aber auch ohne diese kön 
nen wir das Himmelreich erlangen, wie St. Ulrich, und 
wie St. Elsebeth, die in unseren Zeiten heilig geworden ist. 
Das ist der Weg der Barmherzigkeit, und mit vier Tu 
genden, die zu dieser gehören, möget ihr wohl in's Him 
melreich kommen. — Die erste ist die Keuschheit. Da 
mit sind manche den Stricken entgangen. Die aber ihre 
Jungfrauschaft nicht behalten wollen, kommen zur Ehe, 
und halten da Jucht und Maaß (vergl. 2te Pr.), daß sie 
nur ihrem Gemahl ihren Leib geben. Auch die Wittwen, 
ob sie in der Ehe oder Unehe ihre Jungfrauschaft ver 
loren, können fortan keusch sein nnd dadurch ins Him 
melreich kommen. — Die zweite ist die Demuth, ohne welche 
auch die Märtyrer den Stricken nicht entgangen waren 
u. s. f. (vergl. p. i2i. u. 33te Pr.) Die dritte ist die
	        

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