Full text: Berthold, des Franciskaners deutsche Predigten, aus der zweiten Haelfte des dreizehnten Jahrhunderts

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berge", und nicht ein Tropfen ging darnieder; und die 
Mauern legten sich von selbst in die Graben; niemand 
konnte ihnen widerstehen, und sie tödteten jung und alt. 
Da entstand Ach und Weh und Angst und Noth. Nun 
erfanden die Bürger von Gibeon (Gabaon) eine List u. s. f. 
Das ist die Schale; an der allein nagen die Juden; nur 
die Christen haben den Kern. Josua bedeutet unsern 
Herrn Jesum Christum, die zwölf Geschlechter zwölf Schaa- 
ren der Heiligen, alle mit scharfen Schwerdtern, lichter 
als die Sonne, jede schöner als die andere, die sieben 
Völker siebenerlei Sünde in der heiligen Christenheit. 
Es sind sechserlei Heilige/ die sich ie in zwei Schaaren 
theilen/ Die ersten sind zweierlei, „Bihtiger", geistliche — 
in Klöstern —, und weltliche, die die Huld des Herren 
verdient haben mit ihrer Lehre und Beichte; die zweiten, 
zweierlei Richter, geistliche und weltliche (vergl. ite Pr.); 
die dritten, zweierlei Märtyrer, die harte und große, und 
die kleine und geringe Marter erlitten haben; die vierten, 
zweierlei „Megde", die mit gesundem Leibe Gott gelobt 
und gegeben haben ihre Jungfrauschaft, und die kleinen 
Kinder/ Die richten über Vater und Mütter und Ver 
wandte. Derer erbarmt sie nicht mehr, als eines, „der 
von kriechen ist" — vermöge ihrer Liebe zu Gott. Die 
fünften sind zweierlei Wittwen, die ihre Jungfrauschaft ver 
loren haben in oder außer der Ehe, und das gebüßt ha 
ben und darnach immer keusch fein wollen. Die sechsten 
sind zweierlei Eheleute, die recht und redlich gelebt haben 
und ohne Hauptfünde starben, theils solche, die von Haupt
	        

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