Full text: Berthold, des Franciskaners deutsche Predigten, aus der zweiten Haelfte des dreizehnten Jahrhunderts

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gen?" *) Er zwingt die Kaiser und Könige anders zu 
richten, als sie solle», und zu dulden, daß Burgen und 
Thürme zerbrochen werden u. s. f. — Da er den mehr- 
sien Theil der Welt zwingt und so kräftiglich, so muß 
man ihm mit zwei Jungfrauen widerstreiten mit „Milte- 
keit" und mit Gerechtigkeit. Mit dieser muß wiedererstatten, 
wer unrechtes Gut gewonnen; jene muß haben, auch wer 
davon frei ist; sic hilft aber dem ersten nichts ohne die 
Gerechtigkeit. — Der achte heißt Unglaube. Er hat jen 
seits dcS Meeres gegen die Sonne viele iooo, die Christen 
fein sollten, bezwungen, daß sie nun Heiden sind. Er 
hak sich weit verbreitet unter Juden Heiden und Ketzern, 
und sonst vielfältig. (Hiirdeutung auf Aberglauben p. 
58). — Einfaltige Leute sollen sich hüten vor Juden. 
„Dir mag ein lüde ein ein rede für getün, daz du iemer 
beste schwacher bist an dime glauben. Ir wollent alles 
mit den lüden einen krieg haben. So sink ir ungelert; 
so sind sie wol gelert der schrift. Und er hat alle zyt 
wol kedaht, wie er dich über rede, daz du iemer mer 
bester swacher bist. Und an den selben fachen ist ez ver 
boten von der geschrift und' von dem babste, daz dehein 
gelert man mit den iüden reden sol; wanne die gar uz 
erwelten meister, die redent mit den iüden wol. Ez ist 
arch verboten von gehorsam, daz ir niemer mit iüden 
geredet. Und wanne ir hört, daz uch dünkt, daz wider 
*0 Wohl eine Beziehung auf Unterschleif mit geistlichen Aemtcm 
und Gütern; vergl. die vorige (i8te) Pr. gegen das Ende-
	        

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