Full text: Berthold, des Franciskaners deutsche Predigten, aus der zweiten Haelfte des dreizehnten Jahrhunderts

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mit bittern willen und mit diner erbermede, da; dich er 
barmen so! sin iamer und sin kümer, alse ob ez dir sel- , 
der anlege. Soltes dir anliegen, als ez manige lüte ver- 
stent, so mohte nieman behalten werden. So wer' her 
david verlorn worden; er gunde im selbe dez künigriches 
baz danne Hern faule; er hat im aber vil wol günnet, 
daz er mit got und rchte ein semeliches hete gehabet, 
und daz er ein semeliches hertze gern got hete gehabt an 
der ribtekeit. Ez mohte auch keiser Heinrich 8) nit hei 
lig sin worden; der mohte darumb nit alle kristenlüte zu 
keisern Han gemght. Daz selbe spreche ich auch zu dem 
guten sant oswalde und zu allen den, die mit grozer rich- 
eit zu himelrich sint komen; die mohten übel 8) alle die 
zu künigen Han gemachet und zu Herren, die dezmals 
lebten. Got der meint ez also nit; er meint, daz du den 
armen durch sin armut nit solt versmahen, und im halt 
sin armut büßest, sivo du mäht, und so du aller meiste 
mäht, daz er bi dir iht verderbe. Und niaht du im 
mit andern fachen nit gehelfen, so soltu in trösten und 
grüßen, und sol dir leit sin, waz im wirret, und svlt 
dich über in erbarmen an übe und güte, oder an frun- 
den, oder an crn. Darumb soltu im nit haz noch nit 
tragen. Und sivaz dir liep si, daz man dir du, daz soltu 
—X- 
8) Heinrich ^ Sinn: wäre es .so gememt mit der Liebe, so 
hätte K. Heinrich nicht heilig werden können, da er ja nicht 
alle Christen hätte zu Kaisern machen können, darum daß er 
heilig würde. 
g) Verneinung mit einer feinen Nebenbeziehuug, analog „käme."
	        

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