Full text: Berthold, des Franciskaners deutsche Predigten, aus der zweiten Haelfte des dreizehnten Jahrhunderts

essisches Staatsarchiv Marburg, Best. 340 Grimm Nr. L124 
himelrich glichet einem acker, da schätz inne ver 
borgen lit. Als den ein mensche findet, daz vcrkeuffct 
alles daz ez hat, und keuft den acker, daz im der schätz 
werde. Weihes ist der acker, dem daz himelrich gelichet? 
Daz ist die heilige kristenheit. Daz ist davon daz nieman 
zum himelriche kümet, wanne uz der heiligen kristenheit. 
Ez get nit weges zum himelrich uz der Heidenschaft, noch 
uz der iüden ec, noch uz der ketzerie get nit Weges zu 
dem himelrich. So heißet auch die heilige kristenheit ein 
acker uz i) der heiligen schrift. Weihes ist der schätz, 
der da inne verborgen lit? Daz ist eines jeglichen reinen 
kristcn menschen sele. Daz ist got gar ein lieber schal;, 
und ist im halt so liep, daz er verkcuft alles sin gut, 
den warten daz im der schätz w^rde. Wenn er wart sin 
vil wol gcwar, swie verborgen er do lag. Die sele ist 
ein verborgen schätz; sie sieht nieman; sie hört nieman; 
sie gerurt nieman. Sie ist ein verborgen schätz, und 
darumb verkaufte der almchtige got alles sin güt und teu 
fet den acker, die heiligen kristenheit, daz im der schätz 
werde. Ir Herren, ir keuffent uwer ecker nüwen mit 
pfennigelin und mit silberlin. Unser herre ihesus chri- 
stus verkauft' sin selbes lip und kaufte den acker, daz im 
der schätz wurde, dez reinen kristen menschen sele. O we 
lieben kristen lütel nu habent den almehtigen got liep; 
wanne er hat uch an'mazen liep gehabt. Und da er den 
i) Bcßer: in, wie im Anfang der roten (aten) Predigt; uz ent 
standen aus dem vorhergehenden.
	        

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