Full text: Berthold, des Franciskaners deutsche Predigten, aus der zweiten Haelfte des dreizehnten Jahrhunderts

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hat er uch ein senftes ding, «in süßes geboten, da; »wer 
Lester mcr dar kome. Wanne daz himelriche ist wite, 
und hete eht gerne vil lüte in sinem riche, in stnen kei- 
serlichen er». Und dar umb hat er uch gar ein lüstlich 
ding geboten, ob ir wünschen kündet, daz ir nit anders 
wollet wünschen. Und ez ist halt so lüstlich, daz der Vo 
gel in dem lüfte »it anders begert, noch 5) der visch in 
dem wage, noch 5) daz dier uf dem velde, noch 5) der 
worm in der erden. Und alles menschlich künne begert 
anders niht, wanne eht dez einen, daz uch der almehtige 
got geboten hat. Und den Worten, da; ir ez bester ger- 
ner behaltet, daz gebot, so wil ich uch sagen, welhcr ley 
gebot ez ist, da aller der werlte girde nach stunde: daz 
heißet der fride. Der fride ist ein ding, dez alle die 
werlt begert, und anders nit, banne dez frides. Und 
alles, daz der mensche begert und düt, daz dut er anders 
niht, banne durch den friden. Ez sitzet ettewanne eins 
in znir, daz heizt der Hunger; so izz ich eht dar, dar 
umb da) ich mir einen fride gemache vor dem, daz der 
Hunger da heißet. So sitzet banne eins in mir, daz hei 
ßet der borst; so trinke ich eht dar durch, da; ich mir 
ritten friden geschaffe vor dem, daz do heißet der borst. So 
gein ich in eine stöbe oder zu einem füre, oder ich lege 
dez gewandes bester me an mich, daz ich mir einen fri 
de geschaffe vor dem, daz da heißet der frost. So sitzet 
eins ettewanne in mir, daz heißet der slaff; so lege ich 
mich nider, daz ich mir einen fride geschaffe vor dem. 
5) Hds. „nach"
	        

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