Full text: Berthold, des Franciskaners deutsche Predigten, aus der zweiten Haelfte des dreizehnten Jahrhunderts

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sin Herberge ist, und gclit niemer warm und gißet selten 
iemcr wol, und müz de; libeS alle zit vorhten, daz er eyt nit 
enweiz, wo die lüte of im sin, und wanne er daz leben hat, 
und wanne er an libe und an sele siirbet. Daz ist dem reuber 
als dem dicke, dem diebe als dem reuber und andern unreh- 
ten lüten. Pst! und den bösen Huten, die uff dem araben r w 
gent. Nu seht ir wol, daz sie niemer guten tag gelc- 
bcn, als billich ist. Und alle, die mit trnwen und mit 
warheit umb gent, den ist hertzeclichen wol, und habent 
gemach und ere und ist halt, daz sie einen gebresten ha 
ben, so vorhten sie dez unrehten todcs niht, alse iene mü- 
zen. Und die nescher und nescherin sint, die müßen nia- 
nig ungemach liden, da; diese auch nit enliden, die ku 
sche und stete sin. Und die ebrecherinne, die müßent 
manigen schrecken nemen, und ietzunt hin rücken, und 
banne her wider rücken, und hin gucken und her gücken 
und her wider gucken, und müßen banne sorgen umb 
lip und umb sele. Daz selbe ist den doppelern und den 
stzilern. Die wcrdent niemer güteS mütes mit flüchcn 
und mit schelten und mit untzühten und mit ungeneme- 
keit und mit slahen und mit reuffcn. Ir ettelichcr vcrt 
auch unrehtes todes für. Und also stet ez umb alle, 
die mit totlichen fünden «mb gen. Und alle, die da tra- 
gent die bürde unsers Herrn und sin loch, die lebent mit 
liebe und mit selben, die wil daz sie lebent. Da mit 
ist in wol; wanne ez ist in alles durch die liebe und 
die minne unsers Herren süße und rüge. Und dar umb 
sült ir die ringe bürde und daz süße Loch unsers Herren
	        

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